VKI: Deutsches Joghurt „aus Griechenland“

Mattersburg, 20. 7. 2016 –

VKI erneut mit Klage gegen Lebensmittelhersteller erfolgreich

danoneDas Joghurt „Oikos Greek“ von Danone erweckt in mehrerer Hinsicht den Eindruck, es stamme aus Griechenland: Es wird in einer blau-weißen Verpackung angeboten, auf der antike Säulen abgebildet sind. Auch der Produktname ist in einer griechisch anmutenden Schrift aufgedruckt. Allerdings: Hergestellt wird das Joghurt – laut Etikett-Rückseite – in Deutschland. Nachdem dieses Jahr bereits in einem ähnlichen Fall ein Urteil gegen die Firma Patros erzielt werden konnte, war der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nun auch mit einer Unterlassungsklage gegen Danone erfolgreich: Das Oberlandesgericht Wien (OLG) gab dem VKI Recht und beurteilte die Aufmachung von „Oikos Greek“ als irreführend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der VKI klagte Danone wegen irreführender Herkunftsangabe. Das Unternehmen wiederum argumentierte, dass die Verpackung nur zeigen solle, dass es sich bei „Oikos Greek“ um Joghurt nach griechischer Art handelt. Es werde also lediglich das Produkt beschrieben, um die Herkunft gehe es gar nicht.

Das OLG Wien war allerdings anderer Ansicht und schloss sich der Position des VKI an: „Oikos Greek“ vermittelt auf blickfangartige Weise den Anschein, das Produkt stamme tatsächlich aus Griechenland. Der Zusatz „Joghurt nach griechischer Art“ in drei Sprachen reicht daher nicht aus, um eine Irreführung zu verhindern. Konsumenten sind auch nicht dazu verpflichtet, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob Danone als europäisches Großunternehmen selbst Joghurt in Griechenland herstellt. Zwar wird Joghurt überall produziert, bei griechischem Joghurt handelt es sich jedoch um ein landestypisches Produkt mit besonderen Eigenschaften. Griechenland ist dafür das bevorzugte Herkunftsland.

„Die Herkunft von Lebensmitteln ist für Verbraucherinnen und Verbraucher ein wichtiges Kaufkriterium“, so VKI-Juristin Ulrike Docekal. „Entsprechend klar sollte sie auch gekennzeichnet und aus der Aufmachung erkennbar sein. Es ist nicht einzusehen, dass Lebensmittel mit unrichtigen Angaben vermarktet werden und Kundinnen und Kunden beim Einkauf selbst nachprüfen müssen, welche Darstellung der Wahrheit entspricht.“

SERVICE: Das Urteil im Volltext sowie die Entscheidung des OLG Wien zu „Patros in Öl“ (Mai 2016) gibt es unter www.verbraucherrecht.at

 

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