15 Jahre UNESCO Welterbe Fertö – Neusiedler See

Eisenstadt, 11. 7. 2016 –

spöIm Dezember 2001 hat das Welterbe Komitee der UNESCO die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See zum Weltkulturerbe ernannt. Daher feierte die grenzüberschreitende Welterbe-Region das 15-Jahr-Jubiläum am 10.7.2016 in der Vila Vita in Pamhagen mit Landeshauptmann Hans niessl UND Landesrätin Astrid Eisenkopf.

Die 30 am welterbe teilhabenden Gemeinden (20 im Burgenland, zehn in UNGARN) erhielten Dankesurkunden.

Die gemeinsame Feier der burgenländischen und ungarischen Partnervereine fand am Sonntag, dem 10.7.2016 in der Vila Vita, Pamhagen statt. Alle Bewohner und Gäste der Region waren eingeladen.

Landeshauptmann Hans Niessl und LRin Astrid Eisenkopf, sie ist auch die zuständige politische Referentin für das Thema Welterbe im Burgenland, haben dem Festakt gemeinsam mit den Obmännern der mit dem Welterbe-Management betrauten Vereine, NR Bgm. Erwin Preiner und Ferencs Ivanics, vorgestanden Der langjährige Leiter des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, Prof. Bernd von Droste zu Hülshoff hat in Grußworten seine Gedanken zum Welterbe darlegen. Er war es auch, der die offizielle Urkunde zur Ernennung der Welterbestätte in der Vila Vita überreicht hat und er ist somit an den für das Welterbe historischen Ort zurückkehren.

Für Verpflegung mit Getränken und Speisen war gesorgt und auch die neue, gemeinsam mit dem Nationalpark Seewinkel-Neusiedler See entwickelte mobile Welterbeausstellung war zu sehen.

 

Verein Welterbe Neusiedler See

Auf österreichischer Seite ist der Verein Welterbe Neusiedler See mit der Koordination und Wahrnehmung der Interessen zur Bewahrung, zum Schutz und zur Entwicklung des Welterbes und mit der Öffentlichkeitsarbeit für das Weltkulturerbe Neusiedler See betraut. Mitglieder des Vereins sind die 20 burgenländischen Welterbegemeinden, das Land Burgenland und darüber hinaus die Esterhazy Privatstiftung, der Burgenland Tourismus und die Raaberbahn. Obmann ist Nationalrat und Bürgermeister Erwin Preiner, Obmann-Stellvertreter ist 2. Landtagspräsident Ing. Rudolf Strommer. DI Hannes Klein ist seit 2014 Geschäftsführer des Verein und somit Site-Manager.

 

15 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe Fertö-Neusiedler See

Vor 15 Jahren im Dez. 2001 in Helsinki hat das Welterbe Komittee der UNESCO die grenzüberschreitende Welterbestätte Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See in den Rang eines UNESCO Weltkulturerbes erhoben. Heute gibt es 1031 Welterbestätten weltweit, 31 davon sind grenzüberschreitend – das Weltkulturerbe Fertö-Neusiedler See ist eine davon.

Kulturerbestätte, das heißt wir sind nicht nur Welterbe geworden, weil die Natur schön und einzigartig ist und nicht nur, weil es den Nationalpark Seewinkel-Neusiedler See gibt, sondern auch, wegen der jahrtausendealten Kulturlandschaft mit Weinbau, Schilfwirtschaft, Fischerei etc., die schon immer ein Grenzraum war und schon immer ein europäisches Beispiel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Die Veranstaltung war eine gemeinsame des Verein Welterbe Neusiedler und des Rates für das Welterbe Fertö-Neusiedler See, also der österreichischen und der ungarischen Partner im Welterbe, der grenzüberschreitendes Charakter der Welterbestätte und die erfolgreiche Kooperation spiegelt sich hier wider.

„Schützen durch Nützen“ und „Ich bin. Du bist. Wir sind Welterbe.“ – das sind die beiden Slogans des Welterbe Neusiedler See, die beschreiben, was Welterbe heißt: „Das Prädikat UNESCO-Welterbe ist eine große Verantwortung und mag mitunter auch als Einschränkung der Handlungsoptionen gesehen werden. Sie alle sind aber gefordert auch den Wert und den Nutzen zu suchen und zu sehen, den diese Auszeichnung mit sich bringt. Welterbe in einer lebendigen Kulturlandschaft darf nicht heißen, eine Glasglocke über die Region zu stülpen und eine Musealisierung zu erwirken. Entwicklung muss und darf möglich sein“, so der Ehrengast Prof. Bernd von Droste zu Hülshoff in seiner Ansprache. Prof. von Droste ist emeritierter Leiter des UNESCO-Welterbezentrums und ausgewiesener Kenner der Region.

Prof. von Droste hat in seiner Rede auch angesprochen, dass es gilt „Visionen zu entwickeln und gemeinsam zu überlegen, wo die Region in der Zukunft stehen will. Wie soll sich diese grenzüberschreitende Region entwickeln? Wo will sich die Welterberegion in 15 Jahren sehen?

Landeshauptmann Hans Niessl, der auch Gründungsobmann des Verein Welterbe Neusiedler See war, hat in seiner Festrede die Worte von Prof. von Droste aufgegriffen und davon berichtet, dass das Land Burgenland diese Verantwortung wahrnimmt, nicht zuletzt mit den intensiven koordinativen Arbeiten zu den Standorten der Windenergieanlagen im Nordburgenland: „Durch die Einbindung der NGOs, nicht zuletzt Bird Life, WWF und andere, steht heute kein Windrad an einem Platz, wo die Vertreter des Naturschutz nicht ihre Zustimmung gegeben hätten. Die Weltkulturerbestätte Fertö-Neusiedler See zeigt, auch neben der Tatsache, dass ein Drittel der Fläche des Burgenlandes ausgewiesene geschützte Gebiete sind, dass der Schutz der Landschaften und der Natur im Burgenland ernst genommen wird.“

Auch Vereinsobmann Erwin Preiner hat in seiner Ansprache diese Thematik bekräftigt: „Welterbe soll kein Selbstzweck sein und nicht ein Leben in einem Museum, sondern eine bewusste und verantwortungsvolle Entwicklung eines wertvollen aber auch dynamischen Lebensraumes soll möglich sein. Alle, Bewohner, Gäste und Entscheidungsträger sollen sich in ihren Handlungen dieser Verantwortung bewusst sein, können aber auch stolz sein, dieses Erbe der ganzen Menschheit für sich in Anspruch nehmen zu können.“

Den Welterbegemeinden, 20 in Österreich und zehn in Ungarn, wurde als Abschluss des Festaktes durch Landehauptmann Niessl und durch die Vereinsobleute Erwin Preiner, Rudlof Strommer und Ferencs Ivanics Dankes- und Anerkennungsurkunden für Ihren Einsatz zur Bewahrung dieses einzigartigen Erbes überreicht.

 

Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung

Im Jahr 2004 haben die beiden Welterbe-Partnervereine, der Verein Welterbe Neusiedler See in Österreich und der Rat für das Welterbe Fertö-Neusiedler See mit Obmann Ferencs Ivanics in Ungarn, bereits ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, welches im Rahmen der Feierlichkeiten zum 15 Jahr-Jubiläum erneuert wurde, um die gute Partnerschaft zu bekräftigen und neuerlich auch öffentlichkeitswirksam zu beleben. Es sind nun regelmäßige Treffen der Geschäftsführer, aber auch zumindest jährliche Treffen der Vereinsrepräsentanten vorgesehen. Auch gegenseitige Besuche im Rahmen von Exkursionen sollen stattfinden und auch die Abhaltung eines gemeinsamen Welterbetages ist mittelfristig angedacht.

Nicht zuletzt soll ein gemeinsames Interreg-Projekt in Hinblick auf eine abgestimmte Evaluierung des Managementplans der Welterbestätte erarbeitet, aufgesetzt und eingereicht werden.

 

Neuer Managementplan – grenzüberschreitend und gemeinschaftlich

In einem Managementplan werden nach den Richtlinien der UNESCO die Natur- und Kulturwerte, die Zukunftsaussichten und -strategien der Region sowie kurz-, mittel- und langfristige Ziele und Maßnahmen definiert. Besonders wichtig ist, dass der Plan auf eine breite fachliche und öffentliche Basis gestellt wird

Es ist angedacht, den bestehenden und gültigen Managementplan in enger Kooperation mit den ungarischen Partnern zu überarbeiten und zu ergänzen und entsprechend den aktuellen und neuen Herausforderungen zu adaptieren.

Auf Ebene der Welterbevereine auf burgenländischer und ungarischer Seite ist die Zusammenarbeit auf jeden Fall bereits jetzt ein Beispiel für eine gelungene grenzüberschreitende Kooperation, die im Sinne der Pflege, des Erhalts und des einzigartigen Wertes der Region Fertő-Neusiedler See weitergeführt und vertieft werden soll.

 

Mobile Welterbe Ausstellung

Eine neue mobile Welterbe Ausstellung wurde gemeinschaftlich durch den Verein Welterbe Neusiedler See mit dem Nationalpark Seewinkel-Neusiedler See entwickelt. Sie zeigt die Besonderheiten der Welterbestätte und der Region in leicht fassbarer Form auf und kann flexibel und anlassbezogen schnell auf- und abgebaut werden. Die Ausstellung wird im Normalfall im Nationalparkzentrum in Illmitz gezeigt, kann und soll aber auch in den Schulen der Region und bei diversen Veranstaltungen aufgestellt werden.

Auch bei der 15-Jahr-Jubiläumsfeier war sie in der Vila Vita aufgebaut und fand sehr guten Anklang bei den Besucherinnen und Besuchern.

 

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