Erste Frau im Generalstab

Wien, 30. 6. 2016 –

Acht neue Spitzen-Führungskräfte für das Bundesheer

Am Abend des 29. Juni 2016 wurden acht österreichische Offiziere des Bundesheeres, ein deutscher und ein Schweizer Offizier in der Ruhmeshalle des Heeresgeschichtlichen Museums feierlich in den höchsten Dienst des Militärs, den Generalstabsdienst, übernommen. Erstmals befand sich eine Frau unter den Absolventen, die ihre Ausbildung zum Generalstabsoffizier abschließt. Major des Generalstabsdienstes Karoline Resch (41) ist somit die erste Frau in der Geschichte des Österreichischen Bundesheeres, die diese Bezeichnung trägt. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil überreichte den jungen Generalstabsoffizieren ihr Dekret. Doskozil: „Die Umstrukturierung des Bundesheeres erfordert von uns allen viel Einsatz und wir müssen alle an einem Strang ziehen. Es freut mich daher besonders, dass auch im Spitzen-Führungsbereich nun eine Frau im Generalstabsdienst dieses Bundesheer mitgestalten wird. Das ist ein tolles Signal!“

spö
Minister Doskozil mit Major des Generalstabsdienstes Karoline Resch

Am 3. September 2013 war der 20.Generalstabslehrgang gestartet. Zuvor mussten die Offiziere ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren durchlaufen. Zusätzliche Voraussetzung für den Lehrgang ist ein Abschluss an der Theresianischen Militärakademie. Die Ausbildung des Generalstabsdienstes dauert insgesamt drei Jahre und erfordert rund 6.500 Unterrichtsstunden. Hauptlehrfächer sind unter anderem Truppenführung, operative Führung, Streitkräftemanagement und Sicherheitspolitik. Neben fachspezifischen Inhalten eignen sich die Teilnehmer die Fähigkeit an, komplexe Probleme zu lösen und lernen, ihr kritisches und kreatives Denken zu erweitern. Der Leitspruch des 20.Generalstablehrgangs, den sich die Offiziere selbst aussuchten, lautete „Praesis ut prosis“ („An der Spitze stehen, um zu dienen“).

Der Generalstabslehrgang ist die höchste militärische Ausbildung, die man beim Österreichischen Bundesheer absolvieren kann. Durch die breite, komplexe, operative und militärstrategische Ausbildung sind die Absolventen befähigt, die höchsten Kommandanten-Funktionen beim Bundesheer sowie in internationalen Stäben auszuüben.

Ab 1. Juli bekleiden die Generalstabsoffiziere ihre neuen Positionen im Österreichschen Bundesheer. Zwei Offiziere kommen nach Wien an die Landesverteidigungsakademie, fünf Absolventen beginnen jeweils in Niederösterreich, Tirol, Kärnten, Oberösterreich und Eisenstadt ihre neuen Aufgaben. Major des Generalstabes Resch tritt ihren Dienst an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt an.

Die Landesverteidigungsakademie (LVAk) ist die höchste militärische Bildungs- und Forschungseinrichtung des Österreichischen Bundesheeres. Als Ausbildungsstätte veranstaltet die LVAk die Generalstabslehrgänge. Zusätzlich arbeitet die Akademie, im Zuge des Lehrgangs, mit der Universität Wien und der Führungsakademie der Deutschen Bundeswehr in Hamburg zusammen. An der Landesverteidigungsakademie werden zukünftige Generalstabsoffiziere sowie Offiziere des höheren und militärfachlichen Dienstes ausgebildet.

 

 

Share Button

Related posts