Grüne: Spitzmüller on Tour, Freude über bessere Bezahlung von Kindergartenpädagoginnen

Burgenland, 23. 6. 2016 –

FÜR EIN GLYPHOSATFREIES BURGENLAND

grüne
Eva Gegendorfer, Wolfgang Spitzmüller, Peter Röder, Yasmin Dragschitz

Im Martinshof in Kleinhöflein schloss Wolfgang Spitzmüller gestern seine Infotour durch das Burgenland ab. An insgesamt sieben Orten zeigte der Grüne Landtagsabgeordnete in den vergangenen zwei Wochen Alternativen zum gefährlichen Pflanzengift Glyphosat auf.

Agrargifte zählen zu den meist verbreiteten Problemstoffen und beeinträchtigen unsere Gesundheit, die Artenvielfalt, Wildtiere bis zu Biene und Regenwurm und schaden der Umwelt im Ganzen massiv. Besonders problematisch ist das Pflanzengift Glyphosat: ein Herbizid, das alle Pflanzenteile absterben lässt. Eingesetzt wird es nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in vielen Hausgärten oder von Gemeinden im kommunalen Bereich, weiß der Grüne Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller.

Im Martinshof in Kleinhöflein zeigte er gestern die Wirkung dieses Spritzmittels, die damit verbundenen Probleme, aber auch ungiftige Alternativen für die Bekämpfung von „Unkraut“ auf: Abflämmen, mechanisch entfernen oder mit Kochwasser abschütten.

WAS IST SPEZIELL AN GLYPHOSAT?

In den 1970er Jahren patentiert, kam Glyphosat unter dem Namen „Roundup“ auf den Markt. Das Pestizid wirkt systemisch, das heißt: aufgenommen über die Blätter, gelangt es in alle Bestandteile der Pflanze: in Blätter, Samen und Wurzeln. Es lässt sich nicht abwaschen und wird weder durch Erhitzen noch durch Einfrieren abgebaut.

WIE GEFÄHRLICH IST GLYPHOSAT?

Glyphosat schädigt laut einer Studie der Wiener BOKU auch Regenwürmer. Bei dem Versuch wurden die Beikräuter mit handelsüblichen Roundup-Produkten gespritzt. Sie starben nach wenigen Tagen ab und dienten den Regenwürmern als reichliche Nahrungsquelle. Sechs Wochen später ließ sich bei den Regenwürmern eine 60-prozentige Abnahme der Fortpflanzung und Aktivität feststellen, berichtet Spitzmüller aus der Studie der BOKU.

Neben den vielen ökologischen Problemen, steht der Wirkstoff Glyphosat auch unter dem Verdacht, massive Gesundheitsschäden für Mensch und Tier zu verursachen:

  •  Begünstigt die Entstehung von Krebs
  •  Beeinflusst das Hormonsystem
  •  Schädigt Embryonen
  •  Wirkt erbgutschädigend

ERSTE ERFOLGE FÜR EIN GIFTFREIES BURGENLAND

Auf Antrag der Grünen haben sich bereits einige Gemeinden im Burgenland für glyphosatfrei erklärt. Auch alle Bereiche auf Landesebene wie etwa die Landesstraßenverwaltung werden zukünftig darauf verzichten. Alle Biobetriebe und viele Gemeinden (auch große Gemeinden in Deutschland) verzichten grundsätzlich auf Pflanzengifte.

Spitzmüller: „Die Grünen Burgenland fordern alle Gemeinden auf, sich der Initiative „Glyphosatfrei“ anzuschließen. Von der Landesregierung fordern wir erneut die verstärkte Förderung für LandwirtInnen, wenn sie auf biologische Landwirtschaft umsteigen.“


GRÜNE BEGRÜSSEN BESSERE BEZAHLUNG FÜR KINDERGARTENPÄDAGOGiNNEN

PetrikGrünen-Landessprecherin Regina Petrik freut sich über mehr Gehalt für KindergärtnerInnen, kritisiert aber die geplante Vermischung von Betreuungs- und Vorbereitungszeiten.

Petrik sieht in der von der Landesregierung geplanten Novelle des Gemeindebedienstetengesetzes eine langjährige Forderung der Grünen erfüllt: Mehr Gehalt für die KindergartenpädagogInnen. Während die Grüne Landtagsabgeordnete diesen längst überfälligen Schritt sehr begrüßt, wiederholt sie in diesem Zusammenhang ihre Forderung, von der ebenfalls geplanten Vermischung von Betreuungs- und Vorbereitungszeiten abzusehen.

„Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass Kinderbetreuungs- und Vorbereitungszeiten für Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen streng getrennt bleiben.“ Sollte hier eine Änderung in der geplanten Novelle nicht mehr möglich sein, müsse auf dem Verordnungsweg sichergestellt werden, dass es sich dabei nur um Ausnahmefälle in Extremsituationen handeln darf.

Die Grünen hatten kürzlich zu diesem Thema einen Antrag in den Landtag eingebracht, der jedoch wie gewohnt durch einen Abänderungsantrag der Regierungsparteien abgeändert wurde. Den Antrag der Grünen im Volltext finden Sie hier: https://burgenland.gruene.at/landtag-1/antraege-anfragen-wortmeldungen-der-gruenen/160608-kindergarten-vorbereitungszeit.pdf

 

 

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