Volkspartei Burgenland geht gegen Ärztemangel vor

Eisenstadt, 21. 6. 2016 –

 

„Das Land Burgenland schaut tatenlos zu, während in immer mehr Regionen unseres Landes Ärzte fehlen. Wir gehen gegen diesen Ärztemangel vor und haben Vorschläge, um gegenzusteuern“, erklären ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz und Gesundheitssprecher Georg Rosner.

Die Lebensqualität einer Region bemisst sich auch daran, wie gut die ärztliche Versorgung gesichert ist. „Es gibt bereits große Schwierigkeiten bei Nachbesetzungen von allgemeinmedizinischen Kassenstellen im ländlichen Raum. Diese Situation wird durch die große Zahl der bevorstehenden Pensionierungen noch verschärft. Leider wandern auch immer mehr Uni-Absolventen ab, im Südburgenland siedeln sich seit Jahren keine dringend benötigten praktischen Ärzte an, in allen Regionen sind Termine bei Fachärzten immer schwerer zu bekommen“, zeigt Christian Sagartz auf: „Die Burgenländerinnen und Burgenländer werden Gott sei Dank immer älter, die Politik muss deshalb den Bedarf an medizinischer Betreuung gewährleisten. Wir als ÖVP wollen den Hausarzt als erste Anlaufstelle flächendeckend im Burgenland erhalten!“

„Gesundheitslandesrat Darabos kennt die Fakten, pfeift aber scheinbar auf die berechtigten Sorgen der Burgenländer“, wundert sich der ÖVP-Klubobmann. „Der SPÖ-Gesundheitslandesrat muss rasch Gegenmaßnahmen einleiten. Es geht darum, die Möglichkeit von Gruppenpraxen zu erleichtern und Arzt-Arzt-Anstellungen ohne rechtliche Hürden zu ermöglichen. Diese Maßnahmen müssen nun rasch auf Landesebene gesetzt werden, durch das übliche Wegducken von Rot-Blau wird die Situation Jahr für Jahr schlimmer.“

Die Vorschläge der Volkspartei Burgenland im Überblick:

  • Gruppenpraxen erleichtern:

Kooperationen zwischen Hausärzten müssen genauso möglich sein wie zwischen Fachärzten und Gesundheitszentren. Besonders der Wochenend- und Bereitschaftsdienst könnte mit Gruppenpraxen abgefedert werden.

 

  • Arzt-Arzt-Anstellungen:

Noch immer gibt es rechtliche Hürden bei der Anstellung. Berufsrechtlich können freiberuflich tätige niedergelassene Ärzte andere Ärzte (des gleichen Faches) anstellen. Die Formulierungen des Kassenvertrages lassen allerdings die Anstellung eines Arztes durch einen niedergelassenen Kassenarzt nicht zu.

 

  • Landesförderungen:

Junge Ärzte können sich oft die Einrichtung einer neuen Praxis nicht leisten. Hier muss das Land Burgenland gegensteuern und vor allem für neu niedergelassene Ärzte in gefährdeten Regionen ein Konzept für Förderungen erstellen.

 

Zahlreiche Ärzte werden im Spitals- und im niedergelassenen Bereich in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen: So gehen von den niedergelassenen Kassenärzten zwei von drei Ärzten bis 2025 in Pension. Bei den Hausärzten werden bis 2025 drei von vier das 65. Lebensjahr erreicht haben. Von den Fachärzten in Spitälern werden 40% bis 2025 in Pension gehen, von den Psychiatern und Unfallchirurgen werden es knapp 60% sein.

 

Rosner: Welche Maßnahmen setzt der zuständige Landesrat Darabos?

Junge Ärzte möchten zudem in abgelegenen Gegenden nicht alleine die Verantwortung übernehmen, erklärt ÖVP-Gesundheitssprecher Georg Rosner: „Eine Gesamtbetreuung wird durch einen Arzt alleine nicht zu schaffen sein. Es sollten daher Rahmenbedingungen und vereinfachte Regelungen geschaffen werden, damit Kollegen ohne großen Aufwand durch Kollegen angestellt werden können. Diese Leistungen sind dann entsprechend zu honorieren.“

„Ein drängendes Problem ist die Nachbesetzung der Kassenarztplätze. Die Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen sind zu unattraktiv geworden. Patienten weichen daher aufgrund der langen Wartezeiten auf Wahlärzte aus“, beschreibt Georg Rosner die Situation. Im Burgenland haben bei insgesamt 459 niedergelassenen Ärzten 240 einen Kassenvertrag, 219 sind Wahlärzte. Die Nachbesetzung von Kassenplätzen wird aus verschiedenen Gründen vor allem im ländlichen Bereich immer schwieriger und bis zum Jahr 2025 wird ein massiver Ärztemangel prognostiziert. „Auch die Wartezeiten für Patienten sind grundsätzlich zu lange. Vor allem bei Computertomographie und Magnetresonanztomographie sind viele Patienten gezwungen, zu privaten Instituten auszuweichen und sich die Untersuchung selbst zu bezahlen.“

Mittels schriftlicher Anfrage richtet sich die Volkspartei Burgenland an das zuständige Regierungsmitglied: Welche konkreten Maßnahmen setzt SPÖ-Landesrat Darabos, um eine wohnortnahe und flächendeckende Versorgung durch Hausärzte zu gewährleisten?

„Die Hausärzte haben vor allem im ländlichen Raum eine wichtige Bedeutung. Wir müssen daher alle Kräfte bündeln und bei Nießl und Darabos Druck machen, um gegen den zunehmenden Ärztemangel anzugehen“, unterstreicht Georg Rosner abschließend.

 

 

 

 

 

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