Uhudler Fortbestand gesichert, Reaktion ÖVP

Wien | Eisenstadt, 19. 5. 2016 –

Eine heute vom Nationalrat beschlossene Novelle zum Weingesetz bietet nun dauerhafte Sicherheit für den Fortbestand des Uhudlers. Die bisher nur befristet zugelassene regionale Spezialität soll zu diesem Zweck vom Weinbereich in den Obstweinbereich übertragen werden, wodurch die Uhudlerregion im Südburgenland die Möglichkeit erhält, eine geschützte Ursprungsbezeichnung zu beantragen. Die mit breiter Mehrheit, aber ohne die Stimmen der NEOS, verabschiedete Vorlage enthält aber auch noch weitere wichtige Neuerungen, so etwa die Erhöhung des Hektarertrags von 9.000 kg auf 10.000 kg oder Bestimmungen über die exakte Bezeichnung der Rieden.

Von einem modernen Weingesetz unter Absicherung des Uhudlers auch als Obstwein sprach SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner in seiner gestrigen Rede im Parlament. Die drohende Rodung von Uhudler-Rebstöcken im Burgenland konnte damit abgewendet werden. Der Nationalrat beschloss gestern abend mit breiter Mehrheit eine Novelle zum Weingesetz, die die Zukunft der Weinproduktion in Österreich im allgemeinen und im Burgenland im speziellen absichert.

Wesentliche Inhalte der Weingesetznovelle: künftig gelten aufgrund einer aktualisierten Flächenerhebung der europäischen Union neue Berechnungsmodalitäten für Weingartenflächen; die Hektarhöchstertragsmenge wird nach Umstellung des Rebflächenverzeichnisses für Weingartenflächen um 10% auf 10.000 kg erhöht. Verbesserte Bearbeitungsmethoden in den Weingärten und neue flächenmäßig größere Riedbezeichnungen werden dafür sorgen, dass die österreichischen Weinbauern international konkurrenzfähig bleiben. Für Spätlesen und Auslesen kann bereits ab 1.Jänner des Folgejahres um Prüfnummer angesucht werden.

Die Weingesetz-Novelle macht es möglich, dass jene Uhudlersorten, die laut EU-Marktordnung als Wein nicht zulässig sind (wie zB „Isabella“) künftig als Obstwein in Verkehr gebracht werden können. Damit ist der Uhudler in seinem Bestand abgesichert. Auf Intiative der burgenländischen Agrar-Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) wurden weiters neun Uhudler-Rebsorten durch die burgenländische Weinbauverordnung in die Kategorie Wein aufgenommen.

Des weiteren wurde gestern das Katastrophenfondsgesetz aufgrund der Frostschäden vom April an landwirtschaftlichen Kulturen novelliert: der Bund stellt 50 Mio € für einmalige Entschädigungszahlungen auch für landwirtschaftliche Betriebe, die nicht frostversichert waren und in ihrer Existenz gefährdet sind, zur Verfügung. Eine Expertengruppe erarbeitet die Kriterien für die Entschädigungszahlungen. In einem parlamentarischen Entschließungsantrag wird Landwirtschaftsminister Rupprechter aufgefordert, Finanzmittel aus dem EU-Katastrophenfonds anzufordern.

Bisherige Schätzungen ergaben Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen von über 200 Mio €; vom späten Aprilfrost sind österreichweit 40.000 Hektar Weingarten- und 12.000 Hektar Obstanbauflächen betroffen; im Burgenland alleine 10.700 ha Weingärten und 790 ha Obstanbauflächen. „Ziel ist, dass landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz abgesichert und Arbeitsplätze und Wertschöpfung in eher strukturschwächeren ländlichen Regionen erhalten bleiben“, erklärt SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner abschließen


Uhudler: Konsequenter Einsatz für Obstweinlösung trägt Früchte

oevp
LAbg. Walter Temmel, ÖVP

„Heimische Uhudler-Winzer können aufatmen! Der konsequente Einsatz der Volkspartei für die rechtssichere Obstweinlösung hat sich gelohnt“, sagt Agrarsprecher Walter Temmel nach der breiten Zustimmung für die Obstweinlösung im Nationalrat.

„Das Ja zur Obstweinlösung im Nationalrat ist erfreulich und spannt ein Sicherheitsnetz über die Uhudler-Winzer des Südburgenlandes“, sagt Walter Temmel. Vernunft habe letztlich über Parteipolitik gesiegt. „Schade, dass so viele Monate mit Polit-Hick-Hack nutzlos verstrichen sind“, fasst Temmel zusammen. Jetzt gehe es darum, die Ursprungsbezeichnung für die Marke Uhudler zu sichern.

 

Share Button

Related posts