30 Jahre Tschernobyl

Eisenstadt, 26. 4. 2016 –

spöHeute jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal. Auf Initiative von Umweltschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf wurde gestern Abend auch im Burgenland mit literarischen und musikalischen Beiträgen, der jungen Schriftstellerin Theodora Bauer und dem „Duo Frühstück“, im Kulturzentrum Eisenstadt an die AKW-Katastrophe in der Ukraine gedacht. „Wir können weder Tschernobyl noch Fukushima rückgängig machen, aber wir können und müssen von diesen dramatischen Ereignissen lernen und endlich Verantwortung übernehmen. Der heutige Tag ist der beste Beweis dafür, dass es einen europaweiten Ausstieg aus der Atomkraft braucht“, betont Eisenkopf. Die burgenländische Umweltschutzlandesrätin setzt im Kampf gegen die Atomenergie auf parteiübergreifende und gemeinsame Länderinitiativen.

Burgenland tritt EU-weiter „Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg“ bei.

Im Frühjahr dieses Jahres hat sich, auf Initiative des oberösterreichischen Umweltschutzlandesrates Rudi Anschober, in Brüssel eine EU-Allianz für einen europaweiten Atomausstieg gegründet, der nun auch das Burgenland beigetreten ist, wie Eisenkopf bei ihrer gestrigen Ansprache verkündete. Hauptziele der Allianz sind ein Verbot der Subvention der Atomenergie und ein Unterbinden der Anerkennung der Atomenergie als Klimaschutztechnologie sowie das Vorantreiben einer europaweiten Energiewende ohne Atomkraft. „Öffentliche Subventionen sorgen dafür, dass die Kosten für Atomstrombetreiber weiter im rentablen Bereich bleiben und damit Investitionen in den Bau- bzw. Ausbau von Atomreaktoren nach wie vor stattfinden. Das kann nicht sein, da braucht es ein gemeinsames Vorgehen und einen europäischen Schulterschluss gegen die Atomkraft“, betont Eisenkopf.

Mai-Landtagssitzung im Zeichen der Atomkraft

Eisenkopf verweist im Rahmen der gestrigen Veranstaltung auch auf die kommende Landtagssitzung. „Wir werden im nächsten Landtag am 19. Mai auch einen parteiübergreifenden Anti-Atom Entschließungsantrag verabschieden. Die Hauptforderungen: Ein europaweiter Ausbaustopp von Atomkraftwerken, ein verbindlichen Plan zum europaweiten Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Kernkraft und die Forcierung nachhaltiger Formen der Energiegewinnung“, so Eisenkopf abschließend.


 

Temmel: 30 Jahre Tschernobyl erinnert an Notwendigkeit eines europaweiten Atomausstiegs

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LAbg. Walter Temmel, ÖVP

Vor 30 Jahren, am 26. April 1986, ist es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer verheerenden Explosion gekommen. „Tausende Menschen starben an den Folgen. Die Atomkraft ist keine sichere Energiequelle – die Katastrophe von Tschernobyl sollte uns daran erinnern, wie wichtig ein europaweiter Atomausstieg ist“, erklärt Umweltsprecher Walter Temmel.

30 Jahre sind seit der Katastrophe von Tschernobyl vergangenen, ihre Folgen aber sind bis heute spürbar und haben negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Burgenlands Landtagsparteien haben einen gemeinsamen Antrag eingebracht und sich darin wiederholt für einen europaweiten Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Kernkraft ausgesprochen. „Vor allem die Atomkraftwerke in Grenznähe – eines jeweils in Slowenien und in Ungarn, vier Reaktoren in der Slowakei – stellen für das Burgenland ein unverantwortbares Sicherheitsrisiko dar“, betont Walter Temmel.

Das Gefährdungspotential von Atomkraftwerken erfordere einen transnationalen Schulterschluss, der eine Stilllegung aller Kraftwerke bei gleichzeitiger Forcierung der nachhaltigen Energiegewinnung zum Ziel habe, sagt Temmel, der mehr Anstrengungen fordert, um die Ziele des Klimaabkommens von Paris zu erreichen und auf die Forcierung von Ökoenergie setzt: „Ein atomfreies Österreich ist Realität, leider noch kein atomfreies Europa. Mit Sonne, Wind und Wasser gibt es ausreichend Alternativen. Vor allem das Südburgenland ist im Bereich Ökoenergie stark aufgestellt, diese Stärke sollten wir weiter nutzen. Das sind wir der nächsten Generation schuldig!“


 

30 Jahre Tschernobyl: Rupprechter drängt auf Energiewende

Klimaziele durch nachhaltige, erneuerbare Energie erreichen

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BM Andrä Rupprechter

„Der beste Schutz gegen die Atomgefahr ist der Umstieg auf sichere, nachhaltige, erneuerbare Energieformen“, betont Umweltminister Andrä Rupprechter anlässlich des 30. Jahrestages der Atomkatastrophe von Tschernobyl. „Atomenergie ist keine nachhaltige Form der Energiegewinnung. Sie belastet die nächsten Generationen und birgt unkalkulierbare Risiken. Das haben die Atomunfälle in Tschernobyl im April 1986 und Fukushima im März 2011 eindeutig gezeigt. Österreich engagiert sich konsequent gegen die Nutzung von Kernenergie und für mehr Sicherheit“, so der Minister.

Keinesfalls dürfe es unter dem Deckmantel des Klimaschutzes zu einer Renaissance der Atomenergie kommen. Rupprechter, der vergangenen Freitag in New York den Klimavertrag unterzeichnet hat, plädiert für einen europäischen Energiewendevertrag: „Nur durch eine rasche Energiewende können wir die dringend notwendige Reduktion der CO2-Emissionen schaffen. Dafür müssen wir den Ausbau erneuerbarer Energien sowie Energieeffizienz und Energiesparen noch mehr forcieren.“ Rupprechter hält es für notwendig, dass diese Ziele auch im EU-Recht verankert werden.

Der Energiewendevertrag könne ein starkes politisches Gegengewicht zum Euratomvertrag sein, mit dem der Nuklearenergie nach wie vor eine Sonderstellung eingeräumt wird.

 

 

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