WKO-Studie gegen Vereinsfeste ist einseitig und realitätsfremd

Jois, 19. 4. 2016 –

Hetzkampagne gegen ehrenamtliche Vereinsfunktionäre muss beendet werden

Der Einsatz der Bürgerinitiative „Rettet die Vereinsfeste“ hat mittlerweile dazu geführt, dass die schwierige Situation der Vereinsfunktionäre, im Burgenland und zuletzt auch darüber hinaus, vermehrt ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Der Initiator der Initiative Sascha Krikler kritisiert die kürzlich vorgestellte Studie gegenüber Vereinsfesten der WKO als realitätsfremd und unobjektiv, da der enorme Mehrwert der Vereine für die ländliche Region ausgeblendet wird. Er kritisiert zudem die pauschale Hetze der ehrenamtliche Funktionäre ausgesetzt sind, welche ihre Freizeit unentgeltlich für die Allgemeinheit aufopfern und dafür noch kriminalisiert werden.

 Österreich ist ein Vorzeigeland was ehrenamtliches Engagement betrifft und ist damit stolzer Spitzenreiter im EU-Vergleich (44% der über 15-jährigen sind ehrenamtlich aktiv). „Die Vereine sind das Herzstück einer jeden Dorfgemeinschaft und sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich ein unverzichtbarer Belebungsfaktor, von welchem auch die Gastronomie profitiert. Der Mehrwert insbesondere für die ländliche Region ist essentiell, bei Vereinsfesten profitieren etwa zahlreiche Unternehmer (Getränkehändler, Eventfirmen, etc.) und vor allem der Tourismus“, zeigt sich Sascha Krikler, von der Bürgerinitiative, über die angriffige Studie der WKO-Gastronomie verwundert.

Laut einer Studie der FH Salzburg hinsichtlich des „Jahres des Ehrenamtes“ (2011), investieren die rund drei Millionen Ehrenamtlichen 720 Millionen Stunden pro Jahr in unbezahlte(!) Arbeit. Das entspricht der Arbeitsleistung von etwa 400.000 Vollzeitbeschäftigten und würde Jahres-Lohnkosten von mindestens 16 Milliarden Euro ausmachen. Da Vereine eine Existenzgrundlage für ihre Arbeit brauchen, werden abgesehen von Spenden oder Mitgliedsbeiträgen auch Vereinsfeste veranstaltet, welche essentiell für viele Vereine sind. Die derzeit von der WKO-Gastronomie geschürte Neiddebatte auf Kosten der Ehrenamtlichen ist mehr als entbehrlich und wohl eher eine Ablenkung von eigenen Verfehlungen, etwa hinsichtlich der umstrittenen Registrierkassenregelungen, glaubt Krikler.

Derzeit sind Ehrenamtliche neben den pauschalen Kriminalisierungsvorwürfen auch staatlichen Belastungen ausgesetzt, wodurch es zuletzt nicht nur zu Festabsagen gekommen ist sondern auch ein Vereinssterben in Österreich droht – mit drastischen Folgen für unsere Gesellschaft. „Natürlich muss gleiches Recht für alle gelten, jedoch müssen auch die jeweiligen Umstände beachtet werden. Immer mehr Menschen verlieren, aufgrund der schwierigen Lage, die Lust in ihrer Freizeit unentgeltlich Verantwortung zu übernehmen. Ehrenamtliche mit Berufstätigen gleichzusetzen kommt einer Abschaffung des Ehrenamtes gleich, was keinesfalls im Interesse unseres Landes sein kann“, gibt Initiator Krikler abschließend zu bedenken, welcher eine gemeinsame solidarische Lösung fordert.

 

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