SPÖ: Regionale Lebensmittelproduktion – Best Point of Service – Rumänischer Botschafter – ÖVP riskiert mehr Arbeitslose

Eisenstadt, Oberwart, 19. 4. 2016 –

Darabos: „Mit dem Projekt sichern wir regionale Lebensmittelproduktion“

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Landesrat Mag. Norbert Darabos, Tierärztekammerpräsident Mag. Thomas Neudecker und Veterinärdirektor Robert Fink

Flächendeckende tierärztliche Versorgung. LR Darabos präsentierte gemeinsam mit der Tierärztekammer und dem Veterinärdirektor das neue Konzept zur Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung von Tierhaltebetrieben.

Aufgrund des Rückgangs der sogenannten Nutztierpraktiker (derzeit nur mehr 14 von rund 100 Tierärzten) war die flächendeckende Versorgung der Nutztiere mittels Tierärzten und damit die regionale Produktion von Lebensmitteln (Fleisch, Milch, Käse, etc) gefährdet. Auf diesen Umstand hat die Tierärztekammer im Verlauf der letzten Jahre hingewiesen. „Umso mehr freut es mich, dass wir binnen einem halben Jahr dieses Projekt auf Schiene gebracht haben“, konstatiert der auch für Veterinärwesen zuständige Gesundheitslandesrat Norbert Dararbos. Man werde damit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der burgenländischen Lebensmittelproduktion leisten, so Darabos weiter.

Gestern wurde in einem Vorzeigebetrieb in Sankt Martin in der Waab das halbjährliche Pilotprojekt gemeinsam mit dem Präsidenten der burgenländischen Tierärztekammer Thomas Neudecker und dem Landes- Veterinärdirektor Robert Fink präsentiert.

Vor dem Hintergrund des Erfordernisses eine flächendeckende tierärztliche Versorgung der burgenländischen Nutztiere im gesamten Bundesland und zu jeder Zeit sicher zu stellen und aufrecht zu erhalten sowie im Seuchenfall ausreichend geschultes tierärztliches Personal zur Verfügung zu haben, wird das Land Burgenland in fünf Versorgungsregionen, und zwar den Bezirk Neusiedl am See, die beiden Bezirke Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg, den Bezirk Oberpullendorf, den Bezirk Oberwart, die beiden Bezirke Güssing und Jennersdorf, aufgeteilt, und schließen das Land Burgenland und die Österreichische Tierärztekammer – eine Vereinbarung, dass die flächendeckende Nutztierversorgung und damit die Versorgung der BurgenländerInnen mit heimischen Lebensmitteln gewährleistet werden kann. Dieser Vertrag wird probehalber für ein halbes Jahr, beginnend mit 2.5.2016 geschlossen – anschließend erfolgt eine Evaluierung. Das Land verpflichtet sich im Gegenzug der Österreichischen Tierärztekammer für jede Versorgungsregion pro Woche EUR 600,– (in Worten: sechshundert Euro), inkl. USt, zu bezahlen. Für den gesamten Pilotzeitraum stellt das Land insgesamt 78.000 EUR zur Verfügung.


Optimale PatientInnenbefundung zeitnah am Operationstermin

„Best Point of Service“ direkt im Krankenhaus: Innovatives Konzept im Burgenland als erstes und einziges Bundesland praktiziert

 

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KRAGES-Geschäftsführer DI Mag. René Schnedl, Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos, Dir. Mag. Christian Moder, Burgenländische Gebietskrankenkasse, und Prim. Dr. Herbert Tillhof, Interim. Ärztlicher Direktor des KH Oberpullendorf

Im Burgenland werden derzeit alle Patientinnen und Patienten, die einen Operationstermin erhalten, von einem Facharzt für Anästhesiologie in der Präoperativen Ambulanz (Anästhesieambulanz) der jeweiligen Krankenanstalt untersucht. Die Patienten bekommen dort die Informationen, welche Befunde für einen Operationstermin notwendig und mitzubringen sind. Auf der Basis des Projektes „Präoperative Diagnostik“, das seit Februar 2016 in den Standardkrankenhäusern Kittsee, Oberpullendorf, Güssing läuft, werden diese Leistungen hinkünftig nicht mehr wie bisher im extramuralen Bereich von einem Hausarzt oder Internisten, sondern direkt im Krankenhaus – dem Best Point of Service – erbracht. Einbezogene Projektpartner sind die Burgenländische Krankenanstaltengesellschaft (KRAGES), der Burgenländische Gesundheitsfonds (BURGEF) und die Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK). Hinsichtlich der Finanzierung dieser Initiative wird seitens der Sozialversicherung eine Pauschale pro Patientin und Patient an den Träger der erbringenden Krankenanstalt bezahlt. Die Ausweitung dieses Konzeptes, dass das Burgenland als erstes und einziges Bundesland in Österreich praktiziert, auf die Schwerpunktkrankenanstalten Oberwart und Eisenstadt ist geplant.

„Ziel dieses innovativen Projektes ist es, den PatientInnen entgegenzukommen, denn damit entfallen für sie die oft mühsamen Wege zum Hausarzt bzw. zu den jeweiligen niedergelassenen Fachärzten, wie Radiologen oder Internisten. Im Vordergrund steht die Versorgung am ‚Best Point of Service’, also dort wo die Leistung aus PatientInnen-, Qualitäts- und Kostensicht am besten erbracht werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man dadurch Doppelbefunde vermeiden kann, denn bisher ist es oftmals auch notwendig gewesen, Befunde bei der Aufnahme im Krankenhaus noch einmal zu erstellen, da die mitgebrachten Unterlagen nicht den Vorgaben entsprochen haben oder sonstige Unklarheiten aufgetreten sind. Dadurch kommt es einerseits zu zusätzlichen Belastungen für den Patienten, andererseits zu erheblichen zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem, was durch die Einlagerung in den intramuralen Bereich – also vor Ort im Krankenhaus – vermieden werden kann“, betonte Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit KRAGES-Geschäftsführer DI Mag. René Schnedl, Dir. Mag. Christian Moder, Burgenländische Gebietskrankenkasse, und Prim. Dr. Herbert Tillhof, Interim. Ärztlicher Direktor des KH Oberpullendorf.

Bis dato war die Vorgangsweise so, dass PatientInnen mit einem Operationstermin den Weg in die Anästhesieambulanz nehmen mussten, um dort bei einem Gespräch Infos über Befunde und Unterlagen, die für den Eingriff notwendig waren und die sie mitnehmen mussten, zu erhalten. Daraufhin ging es zum Haus- oder Facharzt zwecks Blutabnahme etc. Mit den dementsprechenden Befunden vom Hausarzt musste man wieder in die Anästhesieambulanz, um vor dem Operationstermin diese vorlegen zu können. Nunmehr ist es so, dass die PatientInnen einen Operationstermin bekommen, in der Anästhesieambulanz (Präoperativen Ambulanz) auf der Grundlage einer individuellen Beurteilung des Patientenzustandes alle erforderlichen Untersuchungen gemacht werden und damit die erforderlichen Befunde vor dem OP Termin im Krankenhaus aufliegen. Mit dieser Vorgangsweise kommt es auch zu einer effizienteren OP-Planung, denn aufgrund von fehlenden und veralteten Befunden konnten Operationen unter Umständen nicht zum geplanten Zeitpunkt durchgeführt werden. Die Folge sind Beeinträchtigungen im Rahmen der OP-Planung, wodurch Terminverschiebungen und längere Wartezeiten für andere Patienten verursacht wurden. Darabos dazu: „Mit der Umsetzung dieses Projektes schaffen wir mehr Service und eine Erleichterung für unsere Patientinnen und Patienten, denn die PatientInnen sollen sich in unseren Krankenhäusern wohl fühlen und nicht durch komplizierte bzw. unnötige Wege auch noch belastet werden.“


Grenzüberschreitende Beziehungen im Bgld. Landtag

Landtagspräsident Illedits empfängt rumänischen Botschafter

Zu einem Antrittsbesuch fand sich der Botschafter von Rumänien in der Republik Österreich, Bogdan Mazuru, heute Dienstag beim Präsidenten des Burgenländischen Landtages ein.

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Botschafter von Rumänien in Österreich, S.E. Bogdan Mazuru und Landtagspräsident Christian Illedits

Dieser nutzte die Gelegenheit für einen konstruktiven Gedankenaustausch. Auf der Agenda standen unter anderem die Arbeitsmarktsituation und der heimische Tourismus. Zur Vertiefung der internationalen Bande fand neben dem Besuch des Landtages ein Arbeitsmittagessen, gemeinsam mit Vertretern der burgenländischen Wirtschaft, statt. „Gerade für Grenzregionen, wie das Burgenland eine ist, hat die Pflege internationaler und vielschichtiger Kontakte einen wesentlichen Stellenwert im Hinblick auf Kultur, Handel, Tourismus und viele weitere Aspekte. Der Antrittsbesuch des Herrn Botschafters ist daher eine willkommene Grundlage für künftige Kooperationen,“ so Landtagspräsident Christian Illedits.


ÖVP-Absage an verschärfte Entsenderichtlinie: Mitterlehner riskiert mehr Arbeitslose!

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LAbg. KO Robert Hergovich, SPÖ

KO Hergovich: „‚Deregulierung‘ führt zu mehr Lohndumping und Verdrängungswettbewerb.“

„In der Diskussion über die Verschärfung der Entsenderichtlinie geht die ÖVP genau in jene Richtung, die den Verdrängungswettbewerb befeuert: Deregulierung bedeutet weniger Fairness und stattdessen mehr ungleichen Wettbewerb und mehr arbeitslose Österreicher. ÖVP-Chef Mitterlehner sollte sich noch einmal genau überlegen, ob er das Problem wirklich richtig erkannt hat“, kritisiert SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich die heutigen Aussagen des Vizekanzlers scharf. „Die derzeitige Form der Entsenderichtlinie bedeutet jedenfalls eine Diskriminierung der österreichischen Arbeitnehmer und eine Wettbewerbsverzerrung zum Schaden der heimischen Unternehmen. Der ÖVP-Wirtschaftsminister agiert mit seiner Forderung nach Deregulierung gegen die Interessen insbesondere der burgenländischen Wirtschaft, die in unmittelbarer Grenznähe besonders unter unlauterem Wettbewerb leitet!“

Die Entsenderichtlinie in ihrer jetzigen Fassung ermögliche, dass bei den Lohnnebenkosten ausländische Arbeitskräfte günstiger sind als österreichische Arbeitnehmer. Das ergebe einen Wettbewerbsnachteil für heimische Arbeitnehmer, aber auch Unternehmen. „Die Sozialdemokratie, allen voran Landeshauptmann Hans Niessl, tritt deshalb vehement für eine Verschärfung der Entsenderichtlinie ein: Unser Ziel ist gleicher Lohn, für gleiche Arbeit am gleichen Ort“, so Hergovich. Die SPÖ Burgenland hat vergangene Woche auf ihrem Parteitag als Linie festgelegt, dass entsendete Arbeitskräfte vom ersten Tag an keinesfalls günstiger sein dürfen als österreichische Arbeitnehmer. Einen gleichlautenden Beschluss hat auch der burgenländische Landtag auf SPÖ-Initiative beschlossen – gegen die Stimmen der ÖVP.

 

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