Internationaler Tag des Waldes

Eisenstadt, 20. 3. 2016 –

Schützen durch Nützen – das Motto einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung

spö

vlnr.: HR DI Gernot Kainz, Forstinspektor Mittelburgenland, Agrarlandesrätin Verena Dunst, WHR DI Hubert Iby, Landesforstdirektor Burgenland, DI Herbert Stummer, Forstexperte der LK Burgenland

„Nur wer den Wald schützt, kann ihn dauerhaft nützen und davon profitieren. Das ist auch das Prinzip der forstlichen Nachhaltigkeit“, betont Agrarlandesrätin Verena Dunst anlässlich des Internationalen Tages des Waldes.

26.000 Waldeigentümer gibt es im Burgenland, mehr als 65 % sind Kleinwaldbesitzer, 30 % der Landesfläche sind bewaldet. Gab es in den burgenländischen Wäldern ursprünglich fast ausschließlich Laubbäume, wurden vor langer Zeit aus wirtschaftlichen Gründen großflächig Nadelholzarten gepflanzt.

 

Doch unsere Wälder kommen vermehrt durch Klimakatastrophen, Wetterextremen und Schädlingsdruck in Bedrängnis.

Borkenkäfer liebt Fichten

Mehr als drei Millionen Euro betrugen die vom Borkenkäfer im Jahr 2015 in burgenländischen Wäldern verursachten Schäden. Zu 90 % sind Kleinwaldeigentümer betroffen, die rund 65 % der burgenländischen Waldfläche besitzen. Durch rechtzeitiges Erkennen und präventive Maßnahmen können flächige Schäden vermieden werden.

Über zwei EU-Förderprojekte mit Landesbeteiligung stellt Agrarlandesrätin Verena Dunst nun 150.000 Euro zur Verfügung um dem Borkenkäfer den Kampf anzusagen.

Nur zwei bis acht Millimeter groß, bohren sich die Borkenkäfer durch die Baumrinde – hauptsächlich von Nadelbäumen, die Bäume sterben innerhalb kurzer Zeit ab. Buchdrucker und Kupferstecher sind die wichtigsten und gefährlichsten Fichtenborkenkäfer. Erstmals kam es 1993-1994 zu Borkenkäfer-Massenvermehrungen, den Rekord an Schadholz gab es 2002 bis 2005, und im Vorjahr sorgte der heiße und trockene Sommer für Schäden im Ausmaß von mehr als drei Mio. Euro. Rund 100.000 fm Fichte, das sind 15 % des gesamten Einschlages, fielen als Schadholz an, besonders betroffen waren die Fichtengebiete des Mittel- und Südburgenlandes. So gut wie keinen Nadelwaldbestand gibt es im Norden des Burgenlandes, die höchsten Anteile in den Bezirken Oberpullendorf und Oberwart.

„Viele Kleinwaldbesitzer kennen ihren Wald nicht!“, so WHR DI Hubert Iby, Forstdirektor des Burgenlandes, und ruft deshalb Waldbesitzer auf, ihren Wald regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. „2015 hat dem Wald stark zugesetzt, das Schadholz muss rechtzeitig entfernt werden“. DI Gernot Kainz, Forstinspektor des Landes und für das Mittelburgenland zuständig, sieht dabei ein Problem: „Viele der Kleinwaldbesitzer kümmern sich zu wenig um ihren Wald oder kennen ihn gar nicht“. Agrarlandsrätin Dunst führte deshalb in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Burgenland am 15. und 18. März Infoveranstaltungen für interessierte Waldbesitzer durch und stellt die drei Projektträger im Kampf gegen den Borkenkäfer vor.

„Es sind vor allem Maßnahmen für die Kleinstwaldbesitzer. Und möchte hiermit auch ein klares Zeichen setzen – zum Schutz unserer Wälder und zur Unterstützung unserer Waldbauern und Forstbetriebe! Darin haben alle Maßnahmen Platz, alle Arten der Bekämpfung (Fangbaum, Fallen, Chem. Bekämpfung, Entrindung…).“ so Dunst.

Diese Förderungen sollen in umfangreichen Bekämpfungsprojekten alle Schadensgebiete des Landes abdecken. Die Projektträger sind Ansprechpartner für Kleinwaldbesitzer, die Bekämpfungsmaßnahmen durchführen wollen, in der Regel aber nicht das fachliche Know How besitzen.

Projektträger sind
1. der Burgenländische Waldverband,
2. die Forstverwaltung der Waldwirtschaftsgemeinschaften und
3. der Verein Uferholz.

Jede dieser Institutionen hat ein integrales Förderprojekt zur Bekämpfung der Massenvermehrung von Borkenkäfern eingereicht und verfügt über ausgebildete und geschulte Fachleute.

Darin enthalten sind
• von der laufende Kontrolle der Wälder bis zur
• Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen in Abstimmung mit Waldeigentümern
• bis hin zur Hilfestellung bei Vermarktung des Käferholzes: alles!
Diese Organisationen werden in enger Abstimmung mit den Forstbehörden tätig sein.

Erfolgreiche Landesagrarreferentenkonferenz zum Wohle des Waldes!

„Ich bin froh, dass ich bei der letzten Agrarkonferenz erreichen konnte, dass die angehobene Mindestinvestitionssumme wieder auf 500,- Euro herabgesetzt wird; somit ist es auch kleinen Waldbesitzern möglich an Förderungen heranzukommen. Immerhin bewirtschaften 83% in Österreich jeweils unter 10ha Wald – unser Wald ist kleinstrukturiert!

Denn nur so ist ein
• solides Borkenkäferbekämpfungsprogramm
• solides Klima-Anpassungs- /Waldökoprogramm
• solides Schutzwaldsanierungsprogramm
• überhaupt ein Holzmobilisierungsprogramm
möglich!“, so LRin Dunst abschließend.

 

 

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