Ferialpraktikanten: Run auf offene Ausbildungsplätze

Eisenstadt, 17. 3. 2016 –

Der neue Lehrplan für Handelsschule und Handelsakademie sieht vor, dass die Schüler für einen erfolgreichen Abschluss ein Pflichtpraktikum in einem Unternehmen oder einer Organisation absolvieren müssen. Die alljährliche, ungerechtfertigte Kritik, verleidet aber so manch einem Betrieb die Aufnahme von Ferialpraktikanten.

 

Ferialpraktikanten sind Schüler oder Studenten, die als Ergänzung zu ihrer schulischen Ausbildung ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum in einem Betrieb absolvieren. Der Ausbildungszweck steht dabei im Vordergrund. Für die Handelsschule und Handelsakademie sind seit kurzem ebenso wie für andere berufsbildende höhere Schulen Praktika im Ausmaß von 150 Stunden beziehungsweise 300 Stunden in der unterrichtsfreien Zeit verpflichtend.

 

Das Ferialpraktikantenverhältnis wird durch den Lern- und Ausbildungszweck und nicht durch die Erwerbsabsicht des Unternehmens charakterisiert. Es gelten für die Ferialpraktikanten daher auch keine arbeitsrechtlichen Bestimmungen, wie Urlaubsgesetz, Entgeltfortzahlungsgesetz, Angestelltengesetz oder Kollektivvertrag, stellt die Wirtschaftskammer Burgenland klar. „Entgegen anderslautenden Aussagen ist die rechtliche Situation eindeutig. So manch ein Betrieb ist aber ob der alljährlichen Hetzkampagne nicht mehr bereit, Ferialpraxisplätze zur Verfügung zu stellen“, erklärt Direktor-Stv. Dr. Harald Schermann.

 

Achtung: Ob ein Taschengeld bezahlt wird beziehungsweise wie hoch dieses ist, unterliegt grundsätzlich der freien Vereinbarung. Wird Unentgeltlichkeit vereinbart, ist keine Anmeldung zur Sozialversicherung erforderlich. Ein reguläres Arbeitsentgelt gebührt nicht.

 

Vorsicht! Wird ein Ferialpraktikum jedoch in Form eines Dienstverhältnisses absolviert, so unterliegt der Ferialpraktikant auch den kollektivvertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen. Dies ist dann der Fall, wenn der Ferialpraktikant im Zuge seines Praktikums an die betriebliche Arbeitszeit und Weisungen gebunden, sowie organisatorisch im Unternehmen eingegliedert ist. In diesem Fall ist ein Ferialpraktikanten-Arbeitsvertrag abzuschließen.

 

Unterscheidung Ferialpraktikanten versus Volontäre

In der Praxis muss auch zwischen Ferialpraktikanten und Volontären unterschieden werden! Auch Volontäre absolvieren zu Ausbildungszwecken ein betriebliches Praktikum – allerdings ohne schulische Verpflichtung dazu.

 

Volontäre betätigen sich im eigenen Interesse lediglich kurzfristig zu Weiterbildungszwecken in einem Betrieb. Das Volontariat ist durch den Ausbildungszweck und das Fehlen einer Arbeitspflicht gekennzeichnet. Es besteht auch kein Entgeltanspruch. Der ausschließliche Lernzweck, die beiderseitige Ungebundenheit und die Unentgeltlichkeit sind wesentliche Merkmale des Volontariats. Dem Volontär steht die Gestaltung der Arbeitszeiten frei und er kann begründungslos jede Tätigkeit ablehnen.

 

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