Kein Schwein gehabt: 83% weniger Schweinebauern

Bei den Landwirten, die sich mit der Schweinehaltung im Burgenland beschäftigen herrscht Ratlosigkeit. Die Preise für Schweine befinden sich seit Herbst 2014 auf einem desaströsen Niveau. Entgegen allen Hoffnungen auf eine Marktstabilisierung und Verbesserung begannen die Preise in der Kalenderwoche 9 noch weiter zu fallen.

Seit 2000 hat sich die Anzahl der Betriebe im Burgenland um 83 % von 3.175 auf 532 und der Tierbestand um fast die Hälfte von 84.362 auf 42.238 Stück reduziert!

Am 03.03.2016 kam es zu einem gemeinsamen Treffen von Vertretern der Schlachtbetriebe und der „Schweinebauern“ um sich gemeinsam der Frage zu stellen: „Ob bzw. wie es weitergeht mit der Burgenländischen Schweineproduktion.“ Alleine die Wertschöpfung aus der Landwirtschaftlichen Schweinehaltung beträgt 21 Mio. Euro, wobei der Selbstversorgungsgrad für das Burgenland nur bei 45% liegt!

Ausländische Großproduzenten versus österreichische Qualität:

Schuld am momentanen Schweinetiefstpreis ist vor allem die Überproduktion in Europa: So wird der österreichische Markt mit billigem Schweinefleisch aus Deutschland, Dänemark und Spanien geradezu überschwemmt. Das sind Länder, mit denen sich österreichische Betriebe auf Grund der Betriebsgröße und Produktionskosten nicht messen können Zurzeit wird ein Basispreis von nur 1,12 Euro pro Kilo bezahlt!

Ein freier Markt ist nur dann fair, wenn mit gleichen Marktregeln gearbeitet wird. Dies ist zurzeit nicht der Fall. In Deutschland, Dänemark und Spanien sind riesige Betriebe entstanden, welche sich rein auf den Exportmarkt ausgerichtet haben und jetzt auf Grund der Russlandsanktionen versuchen, die produzierten Waren auf dem europäischen Markt über Billigstpreise unterzubringen.

Was braucht die Burgenländische Schweinebranche?

Bürger und Kunden, die sich bewusst sind, dass alles, was nicht gekennzeichnet ist, nicht auf Basis österreichischer Gesetze und Standards produziert wurde und weiters Wertschöpfung und Arbeitsplätze durch den Kauf von nicht heimischer Ware ins Ausland verlagert werden.

Von der Politik ein Bekenntnis zur heimischen Produktion und heimischen Betrieben. Herkunftsangabe des Rohstoffes nicht nur bei Frisch-Fleisch, sondern auch bei Wurst und Fertiggerichten (zumindest beim wertbestimmenden Anteil!), eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Großküchen im öffentlichen Bereich und in der Gastronomie. Kein TTIP Schweinefleisch-Freihandel mit den USA.

Schauen sie mal woher ihr Schweinefleisch kommt!

 

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