Prof. Rudolf Sarközi gestorben

Eisenstadt, 14. 3. 2016 –

Bgld. Landtag trauert um Rudolf Sarközi

Prof. Rudolf Sarközi

Prof. Rudolf Sarközi

Illedits: „Vorkämpfer der Gleichberechtigung von Minderheiten verstorben“

Bestürzt und tief betroffen zeigt sich der Burgenländische Landtag über das Ableben von Prof. Rudolf Sarközi. „Er war das authentische Gesicht des Kampfes für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Minderheiten. Er war die glaubwürdige Stimme gegen Intoleranz und Rassismus,“ so Illedits.

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Landtagspräsident Christian Illedits, SPÖ

Als Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma und Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma, setzte er wegweisende Impulse im Bereich des Miteinander und Füreinander. Getreu seinem Leitsatz „Es gibt keine Rassen, es gibt nur Menschen anderer Hautfarbe und anderer Nationalität“, verkörperte er die Werte der Sozialdemokratie wie kaum ein anderer.

Nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen leidvollen Lebensgeschichte und seines ehrlichen Engagements wurde Sarközi zur treibenden Kraft hinter der Anerkennung der Roma und Sinti. „Rudi Sarközi verdient höchste Anerkennung für seinen Einsatz. Sein unentwegtes Bestreben wirkt weit über die burgenländischen Landesgrenzen hinaus,“ fasst Landtagspräsident Christian Illedits die tiefe Betroffenheit des Landtages in Worte. „Die Politik ist es den Errungenschaften Sarközis schuldig, seine Ziele im Hinblick auf die gesellschaftliche Gleichstellung von Minderheiten weiterzuverfolgen,“ so Illedits: „Unser ganzes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden den Hinterbliebenen und Angehörigen.“


LH Hans Niessl: Tief betroffen über das Ableben von Prof. Rudolf Sarközi

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LH Hans Niessl

Tief betroffen zeigte sich Landeshauptmann Hans Niessl über das Ableben von Prof. Rudolf Sarközi. „Rudolf Sarközi ist eine verdienstvolle Persönlichkeit gewesen, die sich immer dafür eingesetzt hat, dass Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben dürfen. Er war die treibende Kraft für die Anerkennung als Volksgruppe am 16. Dezember 1993. Dass Roma und Sinti heute die rechtliche Gleichstellung wie die anderen Volksgruppen haben, wäre ohne den Einsatz von Prof. Rudolf Sarközi nicht möglich gewesen.“

Hier im Burgenland, so der Landeshauptmann weiter, können wir heute ein Modell des Miteinanders, der Toleranz und Menschlichkeit bieten. Das friedliche und partnerschaftliche Miteinander der Volksgruppen und Konfessionen ist heute fester Bestandteil der burgenländischen Identität. Zu diesem partnerschaftlichen Miteinander hat Prof. Rudolf Sarközi maßgeblich beigetragen. Damit bieten wir ein Vorbild für andere Regionen. Und dieses Miteinander hat sehr viel zur erfolgreichen und gedeihlichen Entwicklung des Burgenlandes beigetragen. Es ist die besondere sprachliche und kulturelle Vielfalt, die unser Land auszeichnet. Aus dieser Vielfalt schöpft unser Land sehr viel Kraft und Perspektive. Ich bin deshalb – gerade in dieser schweren Stunde – sehr dankbar für die Beiträge, die Roma und Sinti durch die Person Prof. Rudolf Sarközi im Burgenland zu dieser Vielfalt geleistet haben. Diese Beiträge, diese Leistungen verdienen Dank, Respekt und Anerkennung.


ÖVP Steiner zum Ableben von Prof. Rudolf Sarközi: „Ein Identitätsstifter ist von uns gegangen“

Mag Thomas Steiner

Mag. Thomas Steiner, ÖVP

„Rudolf Sarközi war ein Vorreiter im Kampf der Rechte der Volksgruppen. Ein herzliches Beileid an seine Familie und allen, denen er als Volksgruppen-Vertreter und Mensch viel bedeutet hat“, sagt Landesparteiobmann Thomas Steiner zum Ableben von Prof. Rudolf Sarközi.

„Ein Identitätsstifter ist von uns gegangen“, so Thomas Steiner. „Prof. Rudolf Sarközi hat erreicht, dass die Volksgruppen der Roma und Sinti Gleichberechtigung erhalten. Sein Name wird immer verbunden bleiben mit gegenseitigem Respekt, Verständnis und Toleranz.“ Auch in schwierigen Zeiten, z.B. bei den Attentaten in Oberwart, habe Sarközi für ein Miteinander plädiert.

 


LAbg. Ilse Benkö, 3. Präsidentin des Landtages 

Hochachtung vor dem Lebenswerk Prof. Sarközis!

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LAbg. Ilse Benkö, 3. Präsidentin des Landtages

Für die FPÖ-Burgenland nimmt deren Volksgruppensprecherin, die 3. Landtagspräsidentin Ilse Benkö, zum Ableben von Prof. Rudolf Sarközi Stellung und zollt Sarközi Hochachtung für sein Lebenswerk.

 

Zum Ableben des Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats der Roma, Rudolf Sarközi, meint die 3. Nationalratspräsidentin Ilse Benkö:

„Rudolf Sarközi hat Großartiges für seine Volksgruppe geleistet. Er hat die Anliegen der Roma immer sachlich thematisiert und so dafür gesorgt, dass diese Minderheit in Österreich Gehör und Beachtung fand. Die Aufnahme in den Kreis der anerkannten Volksgruppen wäre, ohne dem Engagement von Rudolf Sarközi, wohl heute noch nicht geschehen. Mit seinem Ableben hat diese Volksgruppe ihre bekannteste Galionsfigur und einen großen Sohn verloren.“

„Was mich am meisten am Wirken des Menschenfreunds Rudolf Sarközi beeindruckt hat, war die Bereitschaft zum Dialog mit allen Volksgruppen, Interessengemeinschaften und Parteien. Er hat gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung seiner Volkgruppe gekämpft und daher auch selber niemanden vom Dialog ausgeschlossen. Das zeichnete ihn als großen Brückenbauer und Demokraten aus. Wir nehmen Anteil am großen Verlust der Familie Sarközi und trauern in diesen Stunden mit seiner Volksgruppe“, so Benkö abschließend.


GRÜNE TRAUERN UM RUDOLF SARKÖZI

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Wolfgang Spitzmüller, Die Grünen

Volksgruppensprecherin Anita Malli und Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller würdigen das beharrliche Engagement Sarközis für die Rechte der Roma und Sinti in Österreich.

„Das Burgenland trauert um einen unermüdlichen Kämpfer für die Rechte der Volksgruppe der Roma und Sinti“, erklärt die Volksgruppensprecherin der Grünen Burgenland in einer ersten Stellungnahme zum Tod des Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats des Roma. „Rudolf Sarközi war eine beharrliche und zuversichtliche Persönlichkeit und wird uns so immer in Erinnerung bleiben. Er hat die Roma und Sinti sichtbar gemacht in Österreich. Wir sind ihm für sein Engagement dankbar“, so Malli.

Auch Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller zollt dem aus Oberschützen stammenden Roma-Vertreter höchsten Respekt: „Sein größter Erfolg war sicher die Anerkennung der Roma als sechste Volksgruppe in Österreich im Jahre 1993“. Spitzmüller erinnert an das frühe Engagement Sarközis für die Volksgruppe und die Gründung des ersten Roma-Vereins durch ihn im Juni 1989. „Heute gibt es glücklicherweise eine Vielzahl von Vereinen und Einzelpersonen, die sich um die Interessen der jüngsten österreichischen Volksgruppe kümmern. Wir Grünen wollen gemeinsam mit ihnen die Erinnerung an Rudolf Sarközi lebendig halten.“


Bischof Zsifkovics trauert um Rudolf Sarközi

„Großer Baumeister der Humanität und Geschwisterlichkeit, Bollwerk gegen Angst und Vorurteile“

Der Gründer und Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma und Vorsitzende des Volksgruppenbeirats der Roma ist überraschend im Alter von 71 Jahren verstorben.

„Rudolf Sarközi war einer der ganz Großen des Burgenlandes, der Diözese und der gesamten Republik, ein unermüdlicher, vorbildhafter Verfechter von Selbstbestimmung und Verständigung, von Minderheitenrechten und von einem von Anerkennung, Geschwisterlichkeit und Solidarität getragenen Miteinander. Ich bin zutiefst betroffen und traurig“, so Bischof Ägidius J. Zsifkovics in einer ersten Reaktion auf das plötzliche und unerwartete Ableben von Prof. Rudolf Sarközi, Gründer und Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma und Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma. „Seine Menschlichkeit und sein Einsatz für Menschlichkeit und Menschenrechte bleiben sein unvergessliches Vermächtnis, das uns allen Inspiration im Knüpfen von Brücken der Humanität sein soll.“

 

Pionier im Abbau von Vorurteilen

Er, der in seinen jungen Jahren zunächst im Hoch- Tiefbau als Hilfsarbeiter eine Stelle annahm, weil er keine Lehrstelle bekam, sei zu einem „der ganz großen Baumeistern der Humanität, der Selbstbestimmung, der Geschwisterlichkeit in dieser Republik“ geworden, so Bischof Zsifkovics, als Burgenlandkroate selbst Angehöriger einer Minderheit. Obwohl Sarközi in seinem Leben mit vielfältigen Erfahrungen des Leids, der Gewalt, der Ausgrenzung und des Hasses konfrontiert war, sei es ihm, der frei war von Verbitterung, stets um „Verständigung, den Abbau von Vorurteilen und Stereotypen, um die offene Begegnung von Mensch zu Mensch gegangen“.

 

„Ihn gekannt zu haben, erfüllt mich mit Dankbarkeit“

Rudolf Sarközi sei ein „Bollwerk gegen Ängste und Vorurteile, gegen alle Versuche, Gruppen und Einzelne auszugrenzen, zu marginalisieren, zu stigmatisieren oder gegeneinander auszuspielen“ gewesen, der sein Leben in den Dienst der Menschlichkeit gestellt habe, so der Bischof und fügt hinzu: „Der Tod von Rudi Sarközi erfüllt mich mit Trauer, das Geschenk, diese herausragende Persönlichkeit gut gekannt und auf dem Lebensweg begleitet haben zu dürfen, erfüllt mich zugleich mit einer tiefen Dankbarkeit.“
Nicht nur in die jahrhundertlange Tradition der Roma-Wallfahrten, sondern auch in den kirchlichen Alltag habe sich Rudolf Sarközi stets aktiv eingebracht, bei der letztjährigen Wallfahrt sprach er noch berührende Dankesworte an alle Teilnehmenden.

 

„Gibt nur Menschen, keine Rassen“

„Ein Leitsatz von Rudi Sarközi war stets: ‚Es gibt keine Rassen, es gibt nur Menschen anderer Hautfarbe und anderer Nationalität’. So sehr er gegen Vorurteile, Ausgrenzung und Verletzungen der Menschenwürde ankämpfte, so sehr stand er selbst für Versöhnung, Dialog und Mitmenschlichkeit“, so der Bischof. „Mein Mitgefühl gilt nun in erster Linie seiner Frau, seinem Sohn und seinen Enkelkindern. Der Tod von Rudi Sarközi hinterlässt eine große, schmerzhafte Leere.“

Brückenbauer der Verständigung „Er, der inmitten der Menschenschlachthöfe, der Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten hineingeboren wurde, er, der den verheerenden Auswüchsen des Fremdenhasses, wie er mit der Ermordung von Roma durch den Bombenattentäter Franz Fuchs in Oberwart seine hässliche Fratze zeigte, ins Auge sehen musste, richtete keine Fäuste gegen andere, sondern streckte die eigenen Arme aus. Er baute keine Mauern, obwohl er selbst Ausgrenzung am eigenen Leib erfuhr, sondern baute Brücken der Verständigung.“

 

Kraftfahrer und Wegbereiter von Minderheitenrechten

Prof. Rudolf Sarközi wurde am 11. November 1944 im KZ-Lackenbach als erstes Kind von Paula Sarközi und Rudolf Weinrich geboren. Nach der Auflösung des Konzentrationslagers durch die Sowjettruppen zog er mit seiner Mutter nach Unterschützen im südlichen Burgenland. Als „Zigeuner“ stigmatisiert erhielt er keine Lehrstelle, arbeitete als Hilfsarbeiter im Hoch- und Tiefbau, als Monteurhelfer bei Installateurdiensten. Über den geleisteten Präsenzdienst hinaus stellte sich Sarközi weitere 15 Jahre als Reservist dem Österreichischen Bundesheer zur Verfügung. 1981 nahm ihn, seit 1964 mit seiner Frau Helga verheiratet – im selben Jahr kam Sohn Andreas zur Welt – die Gemeinde Wien als Kraftfahrer auf.

Der Kulturverein Österreichischer Roma wurde im Jahr 1991 auf Initiative von Rudolf Sarközi gegründet, Sarközi selbst war seit dem Gründungsjahr Obmann des Vereins, den er ebenso leidenschaftlich vertrat wie Minderheitenrechte im Allgemeinen und das Gedenken und Erinnern an die an Roma und Sinti verübten Verbrechen durch die Nationalsozialisten. Sarközi war einer der zentralen Initiatoren jenes Weges, der mit einer Petition für die Anerkennung der Roma und Sinti in Österreich als Volksgruppe begann und schließlich zur parlamentarischen Anerkennung der Volksgruppe im Jahr 1993 führte.

 

„Sein Leben ist Inspiration für uns alle“

Die von ihm gegründete Roma-Doku wurde zu einer Informations-, Dokumentations- und Begegnungsstätte zwischen seiner eigenen Volksgruppe, der Mehrheitsbevölkerung und allen Interessierten. Seit 1995 übte Sarközi die Funktion des Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats der Roma aus. Nach dem furchtbaren Attentat am 5. Februar 1995 in Oberwart, wo die vier Roma Peter Sárközi, Josef Simon, Ervin und Karl Horvath durch eine Rohrbombe von Franz Fuchs ermordet wurden, gründete Sarközi den Roma-Bildungsfonds, dem er als Kurator vorstand und der finanzielle Hilfe bei Ausbildung und Weiterbildung von Kindern und Jugendlichen sowie bei der Erwachsenenbildung von Roma leistet. Der damalige Bundespräsident Thomas Klestil verlieh ihm am 24. Oktober 2002 den Professor-Titel. „Sein Leben ist Inspiration für uns alle im Bemühen um Menschlichkeit und Verständigung“, so Bischof Zsifkovics.


Soziallandesrat Darabos tief betroffen

Soziallandesrat Norbert Darabos, der selbst einer Minderheitengruppe im Burgenland angehört, zeigt sich über das Ableben von Prof. Rudolf Sarközi tief betroffen.

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Mag. Norbert Darabos, SPÖ

Als Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma und Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma setzte sich Sarközi unermüdlich für die Rechte der Roma und Sinti ein. „Sarközi war ein Vorbild, der sein Leben dem Bemühen für die Gleichstellung der Roma widmete. Unsere Aufgabe ist es nun die Ziele die sich Sarközi für die Volksgruppe der Roma und Sinti gesetzt hat, weiter zu verfolgen. Mein aufrichtiges Beileid und tiefes Mitgefühl, für diesen schweren Verlust gilt den Angehörigen und Hinterbliebenen“, so Norbert Darabos.

 

 

 

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