SPÖ: Gegen Glyphosat, Lehre mit Matura in Oberwart

Eisenstadt, 11. 3. 2016 –

LR Eisenkopf macht mobil gegen Einsatz von Glyphosat

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Umweltlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf mit Umweltanwalt Mag. Werner Zechmeister

Glyphosat-Initiative: Auszeichnung „Ökologische Gemeinde“, Infoveranstaltungen und Online-Petition

Eine Initiative zur Vermeidung des Einsatzes von Glyphosat stellte Umweltlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf heute, Freitag, vor. Gemeinden, die auf den Einsatz des von der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuften Herbizids verzichten, sollen ein Umweltsiegel erhalten; um auch die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, wird es im Mai Informationsveranstaltungen mit der Umweltanwaltschaft geben, und zur Verhinderung der Zulassung von Glyphosat für weitere 15 Jahre durch die EU hat die Umweltlandesrätin eine Online-Petition gestartet. „Wenngleich die die gesundheitlichen Auswirkungen strittig sind, ist es eine Tatsache, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt beiträgt. Es gilt, die Anwendung dieser Mittel und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit wie möglich zu reduzieren. Wir wollen aufzeigen, dass es genügend Alternativen gibt, die absolut unbedenklich für Mensch und Natur sind“, so Eisenkopf.

Der Einsatz von glyphosatbasierten Herbiziden, etwa des Unkrautbekämpfungsmittels „Round up“, ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. 400 Tonnen Glyphosat werden jährlich österreichweit aufgebracht, die Spritzmittel sind in jedem Garten- oder Baumarkt frei erhältlich. Während die WHO Glyphosat im Vorjahr als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat, äußerte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine Bedenken.

Musterantrag für Gemeinden
Eisenkopf will nun bei den Gemeinden Bewusstsein schaffen. Die Landesstraßenverwaltung verzichte bereits im gesamten Burgenland auf den Einsatz von glyphosathältigen Pestiziden, auch zahlreiche Gemeinden setzen im Bereich der Grünflächenpflege auf Alternativen. Mit einem „Musterantrag“ will die Umweltlandesrätin die Kommunen auf dem Weg zur pestizidfreien, umwelt- und naturbewussten Gemeinde unterstützen. Dieser sieht drei Beschlusspunkte vor: Den Verzicht auf den Einsatz glyphosathältiger Pestizide, die Anwendung alternativer Bepflanzungsmaßnahmen auf gemeindeeigenen Flächen und die Durchführung von Informationsmaßnahmen zur Bewusstseinsbildung. „Die Gemeinde gibt damit ein klares Bekenntnis zum Umwelt- und Naturschutz ab, das ist ein Schritt für mehr Lebensqualität in der Gemeinde“, betont Eisenkopf. Der Musterantrag wird auf der Homepage des Landes veröffentlicht und kann dort heruntergeladen werden.

Tafel „Ökologische Gemeinde“ als Anerkennung
Teilnehmende Gemeinden sollen als Anerkennung vom Land eine Ökogütetafel erhalten, die sie als umweltbewusste und glyphosatfreie Gemeinden ausweist und als Logo auf der Homepage und für die Kommunikation genutzt werden kann.  Voraussetzung ist der Beschluss des Antrags im Gemeinderat und die Einverständniserklärung über die Einhaltung der Vereinbarung.

Fachtagungen zur Bewusstseinsbildung
In Kooperation mit der Umweltanwaltschaft wird es Fachveranstaltungen zum Thema „Pflanzenschutzmittel Glyphosat – Gefahr für Mensch und Natur?“ geben. Bereits am 11. Mai in der Bauernmühle in Mattersburg und am 13. Mai in Güssing soll das Thema einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eisenkopf wünscht sich auch „ein verändertes ‚Schönheitsideal‘ für Straßen, Wege und Plätzen. Eine Fläche muss nicht immer ordentlich aussehen, um attraktiv zu sein. Ein Mix aus intensiver und extensiver Pflege kann schön aussehen, den Erlebniswert steigern und einen Beitrag zu mehr kommunaler Biodiversität darstellen“. Alternative  Möglichkeiten der Unkrautbekämpfung, wie z.B. mechanische Verfahren wie Mähen, Handarbeit oder spezielle Wildkrautbürstenmaschinen, könnten Herbizide weitgehend ersetzen.  
Online-Petition auf www.openpetition.eu
Im Mai sollen die 28 EU-Staaten über die weitere Zulassung von Glyphosat für die kommenden 15 Jahre abstimmen. Um dies zu verhindern, hat Eisenkopf eine national angelegte Online-petition gestartet. „Als Land können wir das Thema Glyphosat natürlich bekämpfen, letztlich braucht es aber eine nationale und europaweite Lösung. Tatsache ist, dass die wissenschaftlichen Zweifel an der Unbedenklichkeit von Glyphosat in den letzten Wochen und Jahren trotz umfangreicher Versuche und Studien nicht widerlegt werden konnten. Wir gehen davon aus, dass sich das bis zum nächsten Abstimmungstermin im EU-Ausschuss im Mai nicht wesentlich ändern wird. Daher darf es auch keine Zulassung für weitere 15 Jahre geben“, lädt Eisenkopf zur Unterzeichnung der Petition ein.


Echt coole Sache – Lehre mit Matura im BFI Oberwart

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BFI-Landesgeschäftsführer Peter Maier mit SchülerInnen des BFI-Lehrgangs „Lehre mit Matura“

Soziallandesrat Norbert Darabos besuchte heute die SchülerInnen des Lehrgangs „Lehre mit Matura im BFI Oberwart. Seit 2009, also im siebenten Jahr, läuft im Burgenland das Erfolgsprojekt „Lehre mit Matura“ mit tollen Ergebnissen. Das Südburgenland wird dabei vom Berufsförderungsinstitut (BFI) abgedeckt.

Alle Lehrlinge, deren Lehrbetrieb entweder im Bezirk Oberwart, Güssing oder Jennersdorf liegt, besuchen jeden Freitag die Lehrgänge zur Matura im BFI Oberwart. „Die Sozialpartner haben das Land sinnvollerweise in drei Abschnitte eingeteilt und mehrere Institute mit der Umsetzung vor Ort betraut. Im Moment führen wir im BFI vier Jahrgänge mit insgesamt 74 Lehrlingen, die in den Fachgegenständen Deutsch, Mathematik, Englisch und einem Fachgegenstand unterrichtet werden. Wir versuchen sehr individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen, jungen Menschen einzugehen, wodurch die drop out-Quote, also die Zahl derjenigen, die vorzeitig abbrechen, sehr gering ist“, erzählt BFI-Landesgeschäftsführer Peter Maier.

Infos aus erster Hand

Interessierte Lehrlinge und deren Lehrbetriebe können sich direkt im BFI melden und erhalten ein umfangreiches Beratungsgespräch mit den ExpertInnen. Im Anschluss findet ein Diagnose-check statt. Damit sind die Voraussetzungen, Regeln und Abläufe von Anfang an klar und alle können sich speziell dem Lehrstoff widmen.

Jeden Freitag, also rund 30 mal im Jahr, verbringen die jungen Leute im BFI und bereiten sich auf die Matura vor. „Das BFI und seine MitarbeiterInnen stehen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite, um allen das Leben so angenehm wie möglich zu machen und sie zu einem positiven Abschluss zu bringen“, ergänzt Bereichsleiter Christoph Greiner.

Beste Chancen für die Jugend
Der zuständige Landesrat Norbert Darabos besuchte erstmals die „Lehre mit Matura“- SchülerInnen im BFI Oberwart und stellt erfreut fest: „Das Land Burgenland hat schon in den vergangenen Jahren in seinen bildungspolitischen Maßnahmen einen besonderen Schwerpunkt auf die Jugendausbildung gelegt und das Jahr 2016 zum „Jahr der Bildung“ ausgerufen – egal ob Lehre oder Schule. Lehre mit Matura ist eine Kombination davon. Mit dieser Ausbildungsschiene haben wir die Lehre deutlich aufgewertet. Wir wollen, und das ist das Ziel der Politik im Burgenland, dass die jungen Menschen in unserem Land die besten Bildungschancen haben.“

Im BFI Burgenland wurden bislang, inklusive der neuen SchülerInnen, 169 Personen bei „Lehre mit Matura“ geschult. 25 davon haben mittlerweile die Matura abgelegt.

 

 

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Ein Gedanke zu “SPÖ: Gegen Glyphosat, Lehre mit Matura in Oberwart

  1. Reaktion der Grünen Burgenland:

    GRÜNE BEGRÜSSEN AUFRUF ZUM GLYPHOSAT-VERZICHT

    Die Grünen begrüßen die Unterstützung ihrer langjährigen Forderung auf Glyphosatverzicht in Gemeinden durch Landesrätin Eisenkopf. Jetzt muss noch ein Glyphosat-Verbot auf Landesebene folgen.

    Landtagsabgeordnete und Grünen-Landessprecherin Regina Petrik freut sich über die Initiative von Landesrätin Astrid Eisenkopf, die Gemeinden im Burgenland zum Verbot des Pflanzengiftes Glyphosat zu animieren. Petrik sieht darin eine langjährige Forderung der Grünen bestätigt, das von der WHO als kreberregende Mittel nicht mehr einzusetzen. Zahlreiche Studien gehen von einer erbgutschädigenden Wirkung und von negativen Einflüssen auf das menschliche Hormnsystem durch dieses Mittel aus. Ursprünglich unter dem Markennamen „Roundup“ von Monsanto verkauft, ist es inzwischen unter anderen Herstellern mit verschiedenen Namen erhältlich. „Das Gift ist nicht nur für die GemeindemitarbeiterInnen gesundheitsschädlich, sondern auch für die Menschen die im Umkreis wohnen. Vor allem Kinder sind auf Spielplätzen höchst gefährdet“, so Petrik.

    Musteranträge zum Beschluss des Verzichts von Glyphosat auf Gemeindeebene haben die Grünen bereits im Vorjahr entwickelt. Mehrere Grüne GemeinderätInnen haben diesen Antrag bereits in ihren Gemeinden eingebracht, einige Gemeinden haben daraufhin bereits ein Verbot beschlossen wie etwa Oberwart, Jennersdorf oder Neudörfl.

    NÄCHSTER SCHRITT: GLYPHOSAT-VERZICHT AUF LANDESEBENE

    „Als nächster Schritt muss ein Verbot zum Einsatz von Glyphosat auch auf Landesebene erfolgen“, so Petrik. „Bislang gibt es laut Auskunft von Landesrat Bieler im Straßendienst streckenweise einen freiwilligen Verzicht. Das ist aber zu wenig. Die Bevölkerung muss die Sicherheit haben, diesem höchst gesundheitlsschädlichen Gift nicht mehr ausgesetzt zu sein.“ Ein Antrag für eine entsprechene Änderung des Bodenschutzgesetzes ist von den Grünen Landtagsabgeordneten in Ausarbeitung. Bereits im Jahr 2011 haben die Grünen im Nationalrat einen entsprechenden Entschließungsantrag eingebracht, welcher damals von den MandatarInnen der SPÖ abgelehnt wurde. „Umso mehr freut es mich heute, dass SPÖ-Landesrätin Eisenkopf unser Anliegen aufgreift und die Gemeinden für einen Verzicht auf das Pflanzengift belohnen möchte. Ich hoffe, sie wird uns auch unterstützen, wenn es um die Möglichkeiten in ihrem WIrkungsbereich auf Landesebene geht.“

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