Krise am Schweinesektor

Eisenstadt, 9. 3. 2016 –

Seit dem Jahr 2000 gibt es im Burgenland um 83 % weniger Schweinebauern

lwk

„Bei den heimischen Schweinebauern herrscht eine absolute Alarmstimmung. Die Preise für Schweine befinden sich seit Herbst 2014 auf einem katastrophal niederen Niveau. Entgegen allen Hoffnungen auf eine Marktstabilisierung und Verbesserung der Preise fielen die Schweinepreise in der 9. Kalenderwoche 2016 noch weiter. Zurzeit erhalten unsere Bauern einen Netto-Basispreis von nur 1,12 Euro pro kg. Der Hauptgrund der Misere am Schweinesektor ist das Russlandembargo. Dieses hatte zur Folge, dass Schweinefleisch aus EU-Ländern, welches früher nach Russland exportiert wurde, vermehrt auf den europäischen Markt drängt. So wird auch der österreichische Markt mit billigem Schweinefleisch aus Deutschland, Dänemark und Spanien geradezu überschwemmt. Mit den Großbetrieben dieser Länder, welche sich mit Billigstpreisen komplett auf den Exportmarkt konzentrieren, können unsere bäuerlichen Betriebe nicht konkurrieren“, so der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Franz Stefan Hautzinger und der Obmann der Burgenländischen Ferkel- und Schweinevermarktungs-GmbH, Anton Binder.

Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der Schweinehaltungsbetriebe im Burgenland um 83 % von 3.175 auf 532 Betriebe geschrumpft, der Tierbestand hat sich in dieser Zeit fast um die Hälfte von 84.362 auf 42.238 Schweine reduziert. In der vergangenen Woche fand ein Treffen von Vertretern der Schlachtbetriebe und der heimischen Schweinebauern statt, um gemeinsam zu erörtern wie es mit der Schweineproduktion im Burgenland weitergehen soll. Alleine die Wertschöpfung aus der landwirtschaftlichen Schweinehaltung beträgt 21 Mio. Euro, wobei der Selbstversorgungsgrad für das Burgenland nur mehr bei 45 % liegt!

Hautzinger und Binder: „Wir möchten die heimischen Konsumenten darauf aufmerksam machen, dass alles, was nicht gekennzeichnet ist, meist nicht auf Basis österreichischer Gesetze und Standards produziert wurde und außerdem Wertschöpfung und Arbeitsplätze durch den Kauf von nicht heimischer Ware verloren gehen.

Von der Politik fordern die burgenländischen Schweinebauern ein Bekenntnis zur heimischen Produktion und zu heimischen bäuerlichen Betrieben. „Unsere bäuerlichen Betriebe werden laufendend kontrolliert: Von den Amtstierärzten, der Lebensmittelaufsicht, der Agrarmarkt Austria, von Bioverbänden sowie von Qualitätskontrolloren der Handelsketten. Es ist ein gutes Recht der Konsumenten klar und deutlich über die Herkunft von verpackten und verarbeiteten Lebensmitteln, wie Fertiggerichten und Wurstwaren informiert zu werden. Die Landwirtschaftskammer fordert daher eine eindeutig erkennbare Herkunftskennzeichnung“, so Hautzinger und Binder abschließend.

 

 

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