SPÖ: Lehrverantwortung wahrnehmen, ÖVP Vereine Schmähparaden

Eisenstadt, 8. 3. 2016 –

Ausbildungsfonds für mehr Lehrbetriebe!

SPÖ Klub

Replik von KO Hergovich in Richtung Wirtschaftskammer: „Eigenen Mitgliedern ins Gewissen reden!“

Insgesamt 1.135 Lehrlinge werden jährlich vom Land und landesnahen Betrieben ausgebildet. Die öffentliche Hand könne zwar gegensteuern, den heimischen Betrieben aber nicht ihre gesamte Lehrverantwortung abnehmen, antwortet SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Klubobmann Robert Hergovich der Wirtschaftskammer in der Debatte um den heimischen Arbeitsmarkt und die Arbeitnehmerfreizügigkeit: „In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Lehrbetriebe im Burgenland um ein Drittel gesunken – 1994 haben noch 1.308 Betriebe ausgebildet, 2014 waren es nur mehr 871. Die Folge sind um 20 % weniger heimische Lehrlinge und damit auch weniger neue Facharbeiter mit enger Bindung zu ihrem Betrieb. Die Wirtschaftskammer ist also gut beraten, zunächst den eigenen Mitgliedern ins Gewissen zu reden!“, meint Hergovich und fordert einen Ausbildungsfonds als zusätzlichen Anreiz für Unternehmen, Lehrlinge auszubilden: „Es ist bedauerlich, dass die Vertreter der Wirtschaft diese notwendige Maßnahme seit Jahren blockieren und damit den Facharbeitermangel selbst befeuern!“

Entscheidend sei aber auch die Bereitschaft der Unternehmen, heimische Arbeitskräfte zu beschäftigen. Jedem Unternehmen müsse klar sein, dass mit der Beschäftigung von Pendlern aus dem Ausland Kaufkraft aus dem Burgenland abfließe, so Hergovich: „Der Angebotsschock bei den Arbeitskräften aus dem Ausland hat dazu geführt, dass gut qualifizierten Arbeitnehmern aus dem Burgenland zunehmend die Preiskeule entgegenschwingt. Eine gute Ausbildung bringt daher nur dann etwas, wenn Chancengleichheit am heimischen Arbeitsmarkt besteht. Dazu sind eine Verschärfung der Entsenderichtlinie und mehr Kontrollen notwendig. Auch eine Schutzklausel für einzelne Branchen darf kein Tabu sein.“


ÖVP-Resolution für Vereine: Schmähparaden und Luftblasen

LGF Schuster: „ÖVP Burgenland soll lieber mit Finanzminister Schelling ein Gespräch suchen“

Dass die ÖVP mit einer Resolution, die an burgenländische Gemeinden verschickt wird, eine Änderung bei der Registrierkassenpflicht herbeiführen will, ist laut SPÖ Landesgeschäftsführer Helmut Schuster wieder eine der vielen Schmähparaden der ÖVP Burgenland. Die ÖVP versucht sich hiermit aus der Verantwortung zu stehlen.

Auf Initiative der Bundes-SPÖ wurde versucht, die Vereine aus der Registrierkassenpflicht herauszunehmen, dies war aber anscheinend mit der ÖVP nicht möglich. Dem Hören nach hat es dazu im ÖVP-Nationalratsklub eine Abstimmung gegeben, bei der sich der ÖVP-Wirtschaftsbund klar durchgesetzt hat. Sollte diese Abstimmung tatsächlich stattgefunden haben, steht für Schuster ohne Zweifel fest, dass der ÖVP das ehrenamtliche Engagement vieler tausender Burgenländerinnen und Burgenländer nichts wert ist.
Die SPÖ Burgenland hat bei der letzten Landtagssitzung einen Antrag gestellt, die Umsatzgrenzen für Vereine zu verdoppeln, um Luft nach oben zu schaffen. Die ÖVP hat dagegen gestimmt. „Anhand dessen sieht man ebenfalls, dass die ÖVP mit dieser Resolution nur ihre Schuld vertuschen will“, so Schuster abschließend.

 

 

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