Grüne: Frauentag

Eisenstadt, 7. 3. 2016 –

Man muss sich auch mal lautstark wehren.

grüne

Regina Petrik, Grüne

Regina Petrik (GRÜNE) ruft anlässlich des internationalen Frauentags zu Solidarität und Zivilcourage auf.

Lange Zeit war die alltägliche Gewalt an Frauen ebenso wenig im Fokus öffentlicher Wahrnehmung wie sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen. „Es ist schon bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass dieses Thema erst dann breit diskutiert wird, wenn das übergriffige Verhalten Männer anderer Kulturen an den Tag legen“, stellt Petrik kritisch fest. „Es muss ganz klar sein: Kein Mann darf einer Frau gegenüber gewalttätig werden. Egal, welcher Herkunft der Mann oder die Frau sind.“ Auch in Hinsicht auf sexualisierte Gewalt sieht die Landessprecherin der Grünen noch Aufholbedarf. „Sexuelle Übergriffe gehören in Österreich, auch im Burgenland leider immer noch zum Alltag und Frauen sehen kaum Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. In der Angst als prüde und spaßbefreit hingestellt zu werden, ertragen viele Frauen körperliche Übergriffe, die ihnen äußerst unangenehm sind. Frauen müssen ermuntert werden, Männer zurückzuweisen und sich auch mal lautstark zu wehren. Sie brauchen dafür im privaten und beruflichen Umfeld sowie in der Öffentlichkeit den Rückhalt von anderen Frauen und von Männern. Hier braucht es noch mehr Zivilcourage und Solidarität unter den Anständigen.“
Scharf kritisiert Petrik, dass in solchen Situationen meist Frauen angeleitet werden, wie sie sich zu benehmen oder zu kleiden hätten, um Übergriffe zu vermeiden: „Das ist ein völlig falscher Ansatz. Er tut, als wären Frauen selber schuld, wenn Männer übergriffig werden. Hier geschieht eine Täter-Opfer-Umkehr. Vielmehr muss Männern gesagt, dass sexueller Kontakt nur und ohne Ausnahme, erlaubt ist, wenn die Frau dem zustimmt. Punkt. Daran ist nicht zu rütteln. Das muss Männern gesagt werden, nicht Frauen. Und das gilt auch, wenn eine Frau einen Minirock trägt oder sexy aussieht. Das gibt keinem Mann das Recht, sie unsittlich zu berühren. Frauen – egal welcher Herkunft – müssen gewiss sein, dass Gewalt und sexuelle Übergriffe nicht akzeptiert werden. Von niemandem.“
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