Darabos: „Verlagerung der Agenden hilft keinem einzigen Arbeitslosen!“

Eisenstadt, 19. 2. 2016 –

SPÖ

LR Mag. Norbert Darabos

Der Arbeitsmarkt im Burgenland sei in einer Notsituation – Darabos fordert Kontingentierung der Arbeitnehmerfreizügigkeit.                                         Lopatka – Vorschlag nennt Darabos zynisch.

Den Vorschlag von ÖVP Klubobmann Lopatkta die Arbeitsmarktagenden von der SPÖ zur ÖVP zu verlagern nennt Soziallandesrat Norbert Darabos „zynisch“. „Die Agenden sind im Sozialministerium bestens aufgehoben“, so Darabos. Die Öffnung des österreichischen Arbeitsmarktes für osteuropäische Länder wie Ungarn sei immer federführend von der VP vorangetrieben worden, weiß Darabos und betont, dass genau hier das Problem liege: „Wir hatten im Burgenland die höchste Anzahl der Erwerbstätigen in der Geschichte des Bundeslandes – im Jahresschnitt 2015 waren es knapp 100.000“, konstatiert Darabos. Die Anzahl der Beschäftigten im Burgenland ist von 2010 von 92.341 auf 99.796 gestiegen. Gleichzeitig habe im Vergleichszeitraum die Inländerbeschäftigung aber abgenommen, sagt Darabos. Während 2010 noch 78.188 Beschäftigte Inländer waren, waren es 2015 nur noch 77.749. Per Saldo habe also die Inländerbeschäftigung um 0,6% abgenommen und dies trotz 7.500 neuer Arbeitsplätze im Burgenland in nur 5 Jahren, stellt das Regierungsmitglied fest. Die Zahlen würden zeigen, dass die Jobsuche für Inländer wesentlich schwieriger – der Arbeitsmarkt im Burgenland insgesamt kompetitiver geworden sei – was wir brauchen würden, um die Situation am Arbeitsmarkt zu verbessern, wäre eine Kontingentierung der Arbeitnehmerfreizügigkeit, so Darabos.

Im Jahresschnitt 2015 waren im Burgenland 100.000 (vgl. nachstehende Tabelle) Menschen in Beschäftigung. Davon entfielen 22.074 (rund 22 % der Beschäftigten) auf AusländerInnen (14.224 Ungarn) und davon wieder 14.224 (rund 65 %) auf AusländerInnen. Zum Vergleich österreichweit gab es 2015 3.487.848 Beschäftigte, wovon rund 18 % (614.172) auf AusländerInnen entfielen. Von den Ende Jänner 2016 Beschäftigten im Burgenland entfielen rund 21 % auf Ausländerinnen.

 

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Ein Gedanke zu “Darabos: „Verlagerung der Agenden hilft keinem einzigen Arbeitslosen!“

  1. Reaktion der WKO:

    Gefährlicher Populismus

    Wirtschaftskammer warnt vor populistischen Aussagen nach Einschränkung der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit und kritisiert ausländerfeindliche Politik.

    „Die burgenländische Wirtschaft könnte ihre Wettbewerbsfähigkeit ohne ausländische Mitarbeiter nicht erhalten. Für manche Branchen, etwa im Tourismus oder der Bauwirtschaft, fehlen einfach die nötigen Fachkräfte aus dem Burgenland“, sagt Wirtschaftskammerpräsident Ing. Peter Nemeth. Nicht vergessen dürfe man auch den Gesundheitsbereich – egal ob in den Spitälern oder in der Pflege.

    Der Wirtschaftskammerpräsident warnt vor billigem Populismus mit unrealistischen Forderungen nach Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt, wie jene von SP-Klubobmann Hergovich. „Unsere Wirtschaft profitiert ungleich mehr von offenen Märkten, auch wenn das derzeit nicht besondere populär klingt. Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Grenzregion näher zusammenrückt und nicht mit ausländerfeindlichen Parolen versuchen, kurzfristig politisch zu aufzufallen.“

    Viel wichtiger wäre es – so Nemeth – an der Effizienz der Kontrollmechanismen und der besseren Vernetzung der Behörden zu arbeiten. Hier gäbe es noch Einiges an Möglichkeiten, deren Umsetzung die Politik auf Landes- und Bundesebene selbst in der Hand hat. „Verantwortungsvolle Politik hat aber auch die Aufgabe, Maßnahmen zu setzen, damit die Menschen jene Berufe erlernen, wo tatsächlich entsprechender Bedarf ist“, so Nemeth.

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