Sozialdemokratie, Agrarpolitik und ländliche Entwicklung: Ein Gewinn für unser Land!

Eisenstadt, 12. 2. 2016 –

SPÖ
v.l.n.r.: SPÖ Bauern Bundesgeschäftsführer Matthias Friedrich, Agrarlandesrätin Verena Dunst, EU Abgeordnete Karin Kadenbach und SPÖ Agrarsprecher LAbg. Wolfgang Sodl

Die österreichische Agrarpolitik ist geprägt von Versäumnissen und Abhängigkeiten, von niedrigen Preisen, vom Bauernsterben und von einem gigantischen Lobbyismus der Agrar- und Chemiekonzerne. Gemeinsam mit der österreichischen EU Abgeordneten Karin Kadenbach und dem Bundesgeschäftsführer der SPÖ Bauern Matthias Friedrich, bezieht Landesrätin Verena Dunst am Rande der Wintertagung der SPÖ Bauern zu den brennenden Fragen klar Stellung.

LRin Verena Dunst: „Ich habe dieses Amt übernommen, um etwas zu bewegen. Um dem jahrzehntelangen Bauernsterben etwas entgegensetzen zu können. Um den Menschen, die am Land und vom Land leben, wieder eine Perspektive geben zu können. Eine Perspektive, die nicht nur aus EU-Förderprogrammen besteht – die trotz der enormen Gesamtausgaben ohnehin nie ausreichen. Sondern eine Vision über eine Zukunft, in der Bauern und BäuerInnen wiederum von ihrem Land leben können und wir alle davon profitieren.“ SPÖ Bauern Bundesgeschäftsführer Matthias Friedrich betont dazu: “Gerade aus sozialdemokratischer Sicht ist es dabei auch wichtig, die Rolle der Frauen am Land zu sehen und sich auf die Herausforderungen zu konzentrieren mit denen sie sich konfrontiert sehen – Stichwort: Kinderbetreuung, Vereinbarkeit Beruf und Familie, Mobilität, etc.“.

In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Burgenland von über 20.000 auf nur mehr ca. 9.000 zurückgegangen. Das ist deutlich weniger als die Hälfte. Das gilt es endlich zu stoppen! Mit einer anderen Politik, die vor allem auch auf die Situation der Kleinbetriebe in der Landwirtschaft bedacht nimmt und ihnen wieder faire Chancen einräumt.

Die Landesrätin legt das Schwergewicht ihrer Politik daher auf die Weiterentwicklung der ausgezeichneten Qualität unserer Landschaft und unserer Produkte. „Ich habe das Bild einer traditionsbewussten und gleichzeitig innovativen Landwirtschaft vor Augen wo es – ebenso wie bereits beim Wein – Jungbauern und Bäuerinnen gibt, die mit ihren Ideen tonangebend sind und Früchte und auch Tiere in einer Qualität anbieten, nach denen uns im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Mund zusammenläuft,“ so LRin Dunst, und weiter „Lebensmittelautarkie soll bei uns im Bgld. gelebte Praxis werden. Lebensmittel aus der Region und für die Menschen in dieser Region, wird in Zukunft eine sehr große, lebenswichtige, Bedeutung erlangen. Das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger ist dafür im Steigen begriffen. Nur durch „Eigenständigkeit“, „Selbstverantwortlich“ und „Bewusst gesund leben“, können wir heute die Voraussetzungen für eine gute Zukunft und für jene unserer Kinder schaffen.“

Kern dieser Politik ist, die Wertschöpfung in der Produktion landwirtschaftlicher Produkte zu steigern und damit den ProduzentInnen bessere und höherwertige Absatzmöglichkeiten zu bieten. Die Wertschöpfung muss in der Region passieren und sie trägt damit auch zum Profil der Region bei – wie etwa bei den 13 burgenländischen Genussregionen. Vielfalt statt Monokultur, ist dabei das Motto. Diversität ist eine große Chance für die LandwirtInnen und für die agrarische Produktion. Hohe Preise gibt es nur für Produkte, die sich klar von anderen abheben.

Dazu LRin Dunst: „Wir müssen den Menschen die Unterschiede zwischen Massenprodukten und nachhaltig gewachsenen und produzierten Lebensmitteln wieder „schmackhaft“ machen. Beginnend beim Kindergarten über die Schulen bis hin zu den Erwachsenen muss Essen und Trinken wieder mit dem damit verbundenen Genuss und nicht nur mit der billig beschaffbaren Menge identifiziert werden. Damit schaffen wir mehr lokale Nachfrage und Absatzmöglichkeiten für unsere BäuerInnen.“

Bewusst gesund essen wird für viele Menschen heute immer wichtiger. Diese Entwicklung, sei es vegan oder vegetarisch, aber auch andere Trends bietet Chancen gerade für die hochwertige heimische Landwirtschaft: mit hoch qualitativen Produkten.

Aus diesem Grund sprachen sich sowohl Landesrätin Dunst als auch EU-Abgeordnete Karin Kadenbach nachdrücklich gegen das TTIP-Handelsabkommen aus. „Ich sehe hier Vorteile vor allem für die großen Agrarkonzerne. Wenn wir gentechnisch verändertes Billigfleisch auf unseren Märkten vorfinden dann bedeutet das den Todesstoß für viele ehrlich produzierende Betriebe. Das werden wir nicht zulassen. Europa hat eine Überproduktion, der Einsatz von Gentechnik ist daher absolut nicht erforderlich“ so EU-Abgeordnete Kadenbach. „Das ist nicht im Interesse unserer heimischen Landwirtschaft und auch nicht im Interesse der KonsumentInnen“, ergänzt LRin Dunst.

Eine funktionierende Landwirtschaft bietet auch eine Basis für die Weiterentwicklung der Regionen. Es wird im Auftrag der Landesrätin daher auch daran gearbeitet, die traditionellen landwirtschaftlichen Produkte systematisch mit dem touristischen Angebot verbinden. Dies geschieht aktuell etwa beim Uhudler, wo aus der Kultmarke jetzt mit dem Uhudler Land eine touristische Region definiert wurde, die etwa mit den traditionellen „Kellerstöckln“ auch lokal spezifische touristische Übernachtungsmöglichkeiten bietet.

Ähnliche Prozesse finden derzeit im gesamten Burgenland statt, wo im Rahmen des Masterplans „Land und Leben“ zukunftsweisende Strategien erarbeitet werden. Es geht dabei nicht nur um Agrarpolitik, sondern um die Entwicklung der Regionen insgesamt. „Die Kreativität der Menschen ist sensationell! so LRin Dunst. „Es ist für mich als sozialdemokratische Politikerin selbstverständlich, dass wir gemeinsam einen Weg finden, der allen Menschen am Land ein besseres Leben und eine Zukunftsperspektive eröffnet. Das unterscheidet meine Politik von jener meiner Vorgänger, bei der die Schere zwischen Arm und Reich auch am Land immer weiter aufgegangen ist. Handeln statt Jammern war und ist meine Devise seit Beginn meiner politischen Tätigkeit und das gilt für mich auch für die Landwirtschaft. Ich sehe selbstbewusste Menschen am Land, die gut und gerne von ihren Produkten leben können. Ich werde sie mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen.

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