Notwendigkeit finanzieller und bürokratischer Entlastung der Sportvereine

Eisenstadt, 11. 2. 2016 –

ASVÖ
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Eine neue Studie von SportsEconAustria, die am 9. Februar im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Dach- und Fachverbände sowie der BSO in Wien präsentiert wurde, zeigt den volkswirtschaftlichen Nutzen und das noch nicht ausgeschöpfte Potenzial von Sport und Bewegung auf. Gleichzeitig verdeutlicht sie die Notwendigkeit einer finanziellen und bürokratischen Entlastung der Sportvereine.

Laut der umfassenden, volkswirtschaftlichen Studie von SportsEconAustria, dem österreichischen Institut für Sportökonomie, sorgt Österreichs Sport für eine jährliche Wertschöpfung von 17,1 Milliarden Euro. Dem gegenüber stehen allein durch Inaktivität verursachte jährliche Kosten von bis zu 2,4 Milliarden Euro, die durch Sport und Bewegung auf ein Minimum reduziert werden könnten. Auch für die Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen, wie etwa der sozialen Entwicklung der Kinder, der Vereinsamung älterer Menschen und der Integration von Migranten, stellt der Sport ein unverzichtbares Werkzeug dar.

„Dieses enorme gesellschaftliche Potenzial gilt es ehestmöglich zu nutzen“, sieht Robert Zsifkovits, Präsident des ASVÖ Burgenland, nun die Politik und die Sozialversicherungsträger am Zug. „Was des Stellenwerts des Sports betrifft, muss ein Umdenken auf breiter Ebene stattfinden. Gerade der Breitensport muss endlich als nachhaltige Investition in die Volksgesundheit und als elementarer Bestandteil des sozialen Lebens wertgeschätzt werden.“

Viele der zuletzt getroffenen Maßnahmen und Bestimmungen haben derzeit jedoch einen gegenteiligen Effekt. Österreichweit haben in den letzten fünf Jahren alleine aufgrund der administrativen und finanziellen Mehrbelastungen mehrere hundert Sportvereine ihren Betrieb eingestellt, weil niemand die ehrenamtliche Leitung der betreffenden Vereine übernehmen wollte. „Insbesondere die stark zunehmenden und immer strikteren Regulierungen führen zu einem schleichenden Tod des ehrenamtlichen Sports. Doch gerade die Arbeit an der Basis, in den Sportvereinen, ist für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen und das Ausschöpfen des volkswirtschaftlichen Potenzials des Sports unerlässlich“, so Zsifkovits.

Um diesen Negativtrend zu stoppen, ist eine finanzielle und bürokratische Entlastung der Sportvereine notwendig, wie sie der ASVÖ Burgenland bereits vor knapp zwei Monaten per Petition gefordert hatte. In dem im Namen der ASVÖ-Mitgliedsvereine an Österreichs politische Entscheidungsträger gerichteten, dreiseitigen Schreiben wurden konkrete Forderungen an die zuständigen Personen auf Bundes- und Landesebene gestellt, die eine erhebliche Entlastung des Ehrenamts und damit des Breitensports mit sich brächten – unter anderem eine Entbürokratisierung des Förderwesens, eine Aufweichung der 48-Stunden-Regelung bei Vereinsfesten oder die Anhebung der Umsatzgrenze für die Registrierkassenpflicht.

Anlässlich der nunmehr vorliegenden Studienergebnisse, sollte zudem in den kommenden Jahren ein Prozent der österreichischen Gesundheitsausgaben für präventive Gesundheitsmaßnahmen vorgesehen werden. „Das wäre problemlos finanzierbar, denn die Gesundheitsausgaben steigen bereits seit längerer Zeit jährlich um drei bis fünf Prozent. Alleine durch Bewegungstherapien für alle Generationen, insbesondere mittels verstärkter Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen, würden diese Ausgaben um ein Vielfaches zurückkommen und tausende neue Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Zsifkovits.

 

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