Kein TTIP-Abkommen zum Nachteil der Bauern

Eisenstadt, 11. 2. 2016 –

LWK
Präsident Ök.-Rat
Franz Stefan Hautzinger
Burgenländische Landwirtschaftskammer

„Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, der sich vor rund zwei Wochen zu einem Arbeitsbesuch in Moskau aufhielt, hat es im Rahmen seiner Arbeitsgespräche klar und deutlich gesagt: Die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland müssten schnellstens wiederbelebt werden.

Die Handelssanktionen treffen viele Wirtschaftszweige in ganz Europa. Besonders stark leiden die Bauern in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. In Österreich sind u. a. die Schweinebauern, die Milchwirtschaft aber auch der Obst- und Gemüsebereich vom Embargo stark betroffen. So drängen z.B. Äpfel aus Polen, die vorher nach Russland exportiert wurden, in andere Länder und setzen unserem Markt mit einem Überangebot zu, was die Preise für Äpfel schon vor Monaten in den Keller purzeln ließ“, so der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Franz Stefan Hautzinger.

Präsident Hautzinger weiter: „Wir wollen Zollabbau, aber sichere Zollkontingente für sensible Produkte, wie Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, Getreide, Stärke, Zucker, Bioethanol und Biodiesel. Wir brauchen einen funktionierenden Kopierschutz in Form von geografischen Ursprungsbezeichnungen. Diese schützen europäische bzw. österreichische Spezialitäten vor Imitaten und Raubkopien. In Österreich haben wir daher einen vereinfachten Zugang zur Registrierung geschaffen. Produktions-, Lebensmittel-Sicherheits- und Umweltstandards dürfen nicht gesenkt werden. Unsere schwer erkämpfte Gentechnikfreiheit zu erhalten, ist für uns unverzichtbar“.

„Ende Jänner weilte EU-Agrarkommissar Phil Hogan in Wien. Hogan stellte klar, dass ein Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) nichts an den EU-Standards ändern könne und erläuterte die Chancen der Landwirtschaft für Lebensmittelexporte. Die heimische Agrar- und Lebensmittelwirtschaft kann sehr wohl von offenen Märkten profitieren, aber wir müssen uns das Verhandlungsergebnis sehr gut ansehen, ehe das österreichische Parlament darüber abstimmt. Unsere Landwirte, die in jeder Hinsicht mit höchsten gesetzlichen Auflagen und Standards (im Naturschutz, Boden- und Gewässerschutz, Tierschutz usw.) Lebensmittel produzieren, haben nur bei gleichen Produktionsbedingungen Chancen, am heimischen und ausländischen Markt bestehen zu können“, so Hautzinger abschließend.

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