Bildung beginnt im Kindergarten

Eisenstadt, 4. 2. 2016 –

SPÖ

So funktioniert die Schuleingangsphase NEU

SPÖ-Bildungssprecherin Prohaska: Kinder beim Schuleintritt optimal fördern!

Das Burgenland verfügt im Österreich-Vergleich über das bestausgebaute Angebot an Kindergärten. Um die Kinderbetreuungseinrichtungen als Bildungsstätten aufzuwerten, wird nun ein umfassendes Paket zur Förderung der Elementarpädagogik umgesetzt, kündigte SPÖ-Bildungssprecherin LAbg. Doris Prohaska heute in einem Pressegespräch mit der Leiterin der Kindergartens Großpetersdorf, Emmi Fleischacker, an: „Wir haben im Burgenland schon mit dem vor rund zehn Jahren beschlossenen Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz begonnen, die Kindergärten zu ‚Bildungsgärten‘ zu machen. Dieser Kurs wird jetzt verstärkt und ausgeweitet. Je früher Kinder altersgerecht gefördert werden, desto leichter bewältigen sie den oftmals schwierigen Einstieg in die Volksschule“, so Prohaska. Die „Schuleingangsphase NEU“ ist daher ein Kernpunkt der neuen Bildungsoffensive in den Kindergärten.

Damit der besonders sensible Zeitraum des Wechsels in die Volksschule kindgerecht verläuft, werden das letzte Kindergartenjahr und die ersten beiden Volksschuljahre als gemeinsame Eingangsphase aufgefasst und gestaltet. „Dieses Modell wird in vielen Gemeinden des Burgenlandes bereits erfolgreich geprobt und soll ab dem Schuljahr 2016/17 flächendeckend umgesetzt werden. Grundsätzlich geht es aus der Sicht der Kinder darum, dass sie auf den Umstieg in die Volksschule gezielt vorbereitet und individuell gefördert werden. Aus der Sicht der Bildungsträger ist das Ziel, dass die PädagogInnen beider Bildungseinrichtungen näher zusammen rücken und Kinder beim Übertritt vom Kindergarten in die Volksschule begleiten“, erläuterte SPÖ-Bildungssprecherin Prohaska.

Derzeit ist ein wesentliches Problem, dass KindergartenpädagogInnen ‚ihre‘ Kinder beim Schuleintritt aus den Augen verlieren, obwohl sie sie lange begleitet haben – andererseits müssen die VolksschullehrerInnen die Kinder neu ‚entdecken‘. „Das ändert sich mit der gemeinsam gestalteten Schuleingangsphase grundsätzlich. Die strikte Trennlinie zwischen den Institutionen Kindergarten und Volksschule weicht einem fließenden Übergang – und davon profitieren Kinder, Eltern und PädagogInnen“, bestätigt Emmi Fleischacker aus eigenen Erfahrungen. Ein wichtiges Hilfsinstrument ist die Sprachstands-Analyse ab dem ersten Kindergartenjahr, bei der die sprachlichen Kompetenzen der Kinder dokumentiert und bedarfsgerechte Fördermöglichkeiten entwickelt werden. Auch der wechselseitige Besuch von Volksschulen und Kindergärten gehört zum Repertoire.

In sechs Gemeinden des Landes wird die Schuleingangsphase NEU derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes durchgeführt. Der Kindergarten Großpetersdorf zieht auf freiwilliger Basis schon seit Jahren mit der örtlichen Volksschule an einem Strang.

>> Bis Sommer wird Elementarpädagogik-Paket geschnürt

Das neue Elementarpädagogik-Paket – ein Ergebnis der Bildungsreformgruppe des Bundes – soll bis Sommer 2016 gesetzlich verankert werden und umfasst zahlreiche weitere Punkte:

• Einführung eines bundesweit einheitlichen Bildungskompasses für alle Kinder ab 3,5 Jahren (ähnlich wie Mutter-Kind-Pass)
• Zweites verpflichtendes Kindergartenjahr
• Entwicklung eines verbindlichen bundesweit einheitlichen Qualitätsrahmens in Abstimmung zwischen Bund und Ländern
• Durchgehende Sprachstands- und Entwicklungsdokumentation
• Weiterentwicklung der Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP)
• Ausbau eines verschränkten Fort- und Weiterbildungsangebotes an den Verbünden (PH, Universitäten)
• Förderbezogener Datenaustausch zwischen Kindergärten und Volksschulen
• Weiterentwicklung und flächendeckender Ausbau der Kooperation von Kindergarten- und VolksschulpädagogInnen (Netzwerkschulen)
• Aktualisierung und Weiterentwicklung der Volksschullehrpläne
• Überleitung der alternativen Leistungsbeurteilung für die 1. bis 3. Klasse Volksschule in den schulautonomen Gestaltungsraum

>> Burgenlands Vorreiterrolle ausbauen

Das Burgenland werde diese zusätzlichen Chancen für die Weiterentwicklung seines Kinderbetreuungsangebotes nutzen, betonte Prohaska abschließend: „Das Burgenland hat die höchste Betreuungsquote aller Bundesländer bei den 3- bis 5-Jährigen und, die zweithöchste Betreuungsquote bei den Unter-3-Jährigen. Mit dem Projekt ‚Gratiskindergarten‘ und dem Schulstartgeld beim Eintritt in die Volksschule haben wir auch finanziell ein besonders attraktives Gesamtangebot im Bundesländer-Vergleich. Diese Vorreiterrolle werden wir sichern und ausbauen: Weil wir dadurch Eltern bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen und für die Kinder Chancengerechtigkeit sichern.“

 

Foto: SPÖ-Bildungssprecherin LAbg. Doris Prohaska und die Leiterin des Kindergartens Großpetersdorf, Emmi Fleischacker

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