Ambulant vor stationär

Oberpullendorf, 29. 1. 2016 –

SPÖ

Multiprofessionelles Team im Sozialpsychiatrischen Ambulatorium des PSD in Oberpullendorf sieht persönlichen Bezug zum Patienten im Vordergrund

Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft stetig im Steigen begriffen. Durch neue und zusätzliche Belastungen am Arbeitsplatz, in der Familie, aber auch durch Krankheitsbilder, die erblich bedingt sind, wächst das Aufkommen an psychiatrischen Erkrankungen auch im Burgenland. So ist beispielsweise die Anzahl der PatientInnen im Sozialpsychiatrische Ambulatorium des Psychosozialen Dienstes in Oberpullendorf von 303 im Jahr 2005 auf 913 im Jahr 2015 gestiegen. „Das ist eine massive Zunahme, die nicht zu vernachlässigen ist. Aus meiner Sicht gibt es zwei Gründe für diesen Anstieg der psychiatrischen Erkrankungen: Einerseits ist es der Stress und die Überbelastung am Arbeitsplatz, denn die Anforderungen steigen, unsere Gesellschaft wird leistungsfähiger und wir befinden uns mitten im Übergang zwischen einer Arbeits- zu einer Dienstleistungsgesellschaft. Ein anderer Grund ist die Bewusstseinsbildung der letzten Jahre, das psychische Erkrankungen nicht mehr tabuisiert, sondern auch offen ausgesprochen werden und aktiv zu behandeln sind. Dies ist eine Herausforderung, mit der wir versuchen müssen, aus gesundheitspolitischer Sicht bestmöglich umzugehen“, so Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos am 29. Jänner 2016 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ing. Mag. Karl Helm, Geschäftsführer PSD, DAS Margarete Malitsak-Pauer, Verwaltungsleiterin, Dir. Mag. Christian Moder, BGKK, Gesundheits- und Dr. Brigitte Schmidl-Mohl, Chefärztin PSD Burgenland, im Sozialpsychiatrischen Ambulatorium der Psychosozialer Dienst Burgenland GmbH in Oberpullendorf.

Diese nicht bettenführende Einrichtung wurde im Dezember 2007 gegründet und erfüllt den Versorgungsauftrag im niedergelassenen Bereich für das Mittelburgenland. Aus diesem Grund wird auch an einem Werktag in der Woche bis 21.00 Uhr eine fachärztliche Behandlung angeboten. Durch den Kassenvertrag mit der Burgenländischen Krankenkasse ist keine Überweisung notwendig. Die Behandlung ist für den Patienten kostenlos, die Abrechnung erfolgt direkt über die E-Card. Ziel ist die Integration der PatientInnen in das gesellschaftliche und berufliche Leben sowie die Förderung einer autonomen Lebensführung. Das Leistungsangebot des Zentrums für seelische Gesundheit können alle Menschen oder Angehörige von Betroffenen in Anspruch nehmen, die wegen einer psychiatrischen Erkrankung, wie beispielsweise Angstzuständen, Depressionen, Psychosen oder Abhängigkeiten, aber auch einer psychischen Krise Hilfe benötigen.

Das Aufgabenspektrum reicht von sozialpsychiatrischer Diagnostik und fachärztlicher Behandlung über psychologische Diagnostik und klinisch- psychologische Behandlung, klinische Sozialarbeit, Psychotherapie, Drogen und Suchtberatung, Betreutes Einzelwohnen, Hausbesuche und nachgehende Betreuung, der Koordination von sozialen und psychiatrischen Hilfsleistungen, der Hilfestellung für Angehörige, Familien oder für das nähere Umfeld des Erkrankten bis hin zur Kooperation mit regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern. Die Behandlung erfolgt durch ein interdisziplinär arbeitendes und multiprofessionelles Team bestehend aus Sozialarbeitern, Klinischen Psychologen, Psychotherapeuten, Pflegepersonal und Fachärzten für Psychiatrie, wobei – so lande es geht – die ambulante gegenüber einer stationären Behandlung der KlientInnen stets im Vordergrund steht.

Bildtext (v.l.n.r.): Ing. Mag. Karl Helm, Geschäftsführer PSD, DAS Margarete Malitsak-Pauer, Verwaltungsleiterin, Dir. Mag. Christian Moder, BGKK, Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos und Dr. Brigitte Schmidl-Mohl, Chefärztin PSD Burgenland, haben im Sozialpsychiatrische Ambulatorium des PSD in Oberpullendorf die Integration der PatientInnen in das gesellschaftliche und berufliche Leben sowie die Förderung einer autonomen Lebensführung als Zielsetzung

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