Reisestorno bei Terror, Katastrophen und Unruhen

Eisenstadt, 14. 1. 2016 –

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Immer wieder passiert es, dass gebuchte Urlaubsreisen in Reiseländer führen, welche aktuell mit politischen Unruhen oder Naturkatastrophen konfrontiert sind und es aus diesen Gründen besser wäre, die Reise nicht anzutreten. Es stellt sich für den Urlauber dann die Frage, ob trotzdem für die Urlaubsreise gezahlt werden muss oder ob die Reise (i.d.R. eine Pauschalreise) kostenfrei storniert werden kann. Konsumentenschutz-Landesrätin Verena Dunst dazu:“ Wenn unvorhersehbare externe Ereignisse nach Vertragsabschluss passieren und eine Reise unmöglich oder unzumutbar machen, können Sie kostenfrei stornieren.“

Unzumutbarkeit liegt dann vor, wenn die Gefahr eine solche Intensität erreicht, dass ein Durchschnittreisender die Reise absagen würde. Die Betroffenen können sich dabei auf einen Wegfall der Geschäftsgrundlage berufen.

Infos zum Rücktrittsrecht

Zu einer kostenlosen Stornierung einer Pauschalreise berechtigt jedenfalls eine offizielle Reisewarnung des Außenministeriums. Es kann aber auch ein Rücktrittsrecht geben, wenn keine Reisewarnung des Außenministeriums vorliegt. Hintergrund dafür wäre die Tatsache, dass die geplante Reise unmöglich oder unzumutbar geworden ist. Bei akuter Kriegsgefahr oder bürgerkriegsähnlichen Unruhen, die ein ganzes Land erfassen, kann natürlich davon ausgegangen werden. Andere Fälle, wie z.B. bei Terroranschlägen, müssen auf eine Gefährdung hinsichtlich des allgemeinen Lebensrisikos individuell geprüft werden, welches aber auch als so riskant erscheinen muss, dass ein Durchschnittsreisender die Reise jedenfalls absagen würde.
Die endgültige Entscheidung, ob ein kostenloses Stornorecht vorliegt oder nicht, liegt im Konfliktfall ausschließlich bei den Gerichten. Abhängig von den jeweiligen konkreten Umständen, lässt sich diese nicht mit Sicherheit vorhersehen. Steht die Abreise nicht unmittelbar bevor, müssen die weiteren Entwicklungen im Reiseland abgewartet werden. Auch wenn der Konsument ein kostenloses Rücktrittsrecht hat, muss er dennoch ein zumutbares und kostenloses Umbuchungsangebot des Reiseveranstalters annehmen.

Konsumentenschutz-Landesrätin Verena Dunst rät Betroffenen zu folgendem:

– Werden Sie sich bewusst, ob Sie die Reise antreten wollen oder auf Grund des Risikos nicht reisen werden!

– Sofern Sie zurücktreten wollen, treten Sie mit Ihrem Reiseveranstalter in Kontakt und versuchen Sie eine Lösung zu erzielen.

– Nehmen Sie eine kostenlose und zumutbare Umbuchung Ihres Reiseveranstalters an. Ist die Umbuchung aus Ihrer Sicht aus guten Gründen abzulehnen, sollten Sie das schriftlich unter Anführung dieser Gründe machen.

– Wenn der Reiseveranstalter einen kostenlosen Rücktritt nicht akzeptiert und er auch keine Umbuchungsmöglichkeit anbietet, sollten Sie eine schriftliche Rücktrittserklärung übermitteln. Stützen Sie sich dabei auf den s.g. „Wegfall der Geschäftsgrundlage“. Eine Stornogebühr sollten Sie nur „vorbehaltlich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ begleichen oder ggf. bereits geleistete Zahlungen rückfordern.

– Wenn dieser Fall eintritt, kann das Bestehen eines kostenlosen Rücktrittsrechts letztlich nur durch ein Gericht zur Klärung gebracht werden.

– Informieren Sie sich am besten schon vor der Buchung über die Sicherheitslage im Reiseland.

– Treten Sie die Reise trotz erhöhter Sicherheitsgefährdung an, sollten Sie während Ihres Aufenthalts unnötiges Risiko vermeiden und immer den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge leisten. Dementsprechende Sicherheitshinweise finden Sie auf der Internetseite des Außenministeriums.

– Während Ihres Reiseaufenthalts sollten Sie sich regelmäßig über die Sicherheitslage vor Ort informieren, z.B. über die Medien oder die Webseite des Außenministeriums.

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