Tatort Bildungspolitik

Eisenstadt, 12. 1. 20116 –

ÖVP fordert mehr Eigenverantwortung und weniger Zwang

„Eigenverantwortung, praxisnahes Lehren und Lernen und Stärkung der Schulstandorte dürfen keine Schlagworte bleiben“, sagt ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz in Richtung LH Nießl.

„Die ÖVP Burgenland setzt sich daher dafür ein, dass in der Bildungspolitik mehr Eigenverantwortung an den Schulstandorten und weniger Bevormundung durch den Landesschulrat gelebt wird!“ Konkret möchte der Klubobmann den Schulstandorten mehr pädagogische Freiheiten ermöglichen, z.B. welche Schwerpunkte gesetzt werden, wie die Gruppenteilungen erfolgen und wie pädagogische Konzepte am Standort umgesetzt werden. „Die einzelnen Bildungseinrichtungen sollen ihre Schwerpunkte genauso wählen können wie jeder und jede Schüler/in. So können junge Menschen ihre Talente stärken und Eigenverantwortung, die im späteren Berufsleben unentbehrlich ist, erlernen. Daher fordere ich die Einführung von mehr Möglichkeiten eines modularen Schulsystems mit mehr Praxisbezug.“

Diese Aspekte fehlen dem ÖVP-Klubobmann auch bei der vor wenigen Wochen präsentierten Bildungsreform: „Mehr Eigenverantwortung würde unserer Gesellschaft gut tun.“ Einen stärkeren Fokus wünscht sich Christian Sagartz deshalb auch in Bezug auf die Praxisnähe. Die Fachhochschulen seien zu sehr verschult: Es brauche weniger Präsenzzeit, dafür mehr Forschung und praxisbezogene Projekte. „Ein Mehr an Individualität und Praxisausbildung stärkt langfristig den burgenländischen Arbeitsmarkt. Und im Hinblick auf die geplante Abschaffung der Kollegien des Landesschulrates fordere ich LH Nießl auf, die Schulpartnerschaft zu stärken, anstatt weiter auszuhöhlen!“

Gymnasium erhalten und differenziertes Schulsystem garantieren

Für die ÖVP Burgenland ist weiterhin klar, dass die Gymnasien ebenso wie die NMS entsprechend unterstützt, anstatt ausgehungert werden: „Das Gymnasium hat sich als qualitative Bildungseinrichtung erwiesen. Auch aus wirtschaftlicher Sicht sind die Gymnasien zu befürworten, weil sie im Vergleich geringere Kosten verursachen.“ Die ÖVP hat daher einen Antrag im Landtag eingebracht, mit dem die Burgenländische Landesregierung aufgefordert wird, bei der Bundesregierung für den Erhalt der Gymnasien einzutreten. „Diesem Antrag hat außer der ÖVP keine der burgenländischen Landtagsparteien zugestimmt – nur die Volkspartei ist daher der Garant dafür, dass die Gymnasien erhalten und ein differenziertes Schulsystem garantiert bleiben.“

Der Tatort Bildungspolitik auf einen Blick:

  • Erweiterung der Eigenverantwortung an Schulen ist ausständig
  • Mehr Praxisbezug und modulares Schulsystem schaffen
  • Gymnasien dürfen nicht Feindbild der SPÖ bleiben
  • Schulleiterzusammenlegungen werfen noch immer Fragen auf
  • Personalbesetzungen transparenter gestalten

„Das sind aus Sicht der ÖVP Burgenland die größten Baustellen, die Nießl angehen müsste. Seit Jahren hat er aber nur zum Schaden des Bildungsstandorts beigetragen“, unterstreicht Christian Sagartz. „Im Burgenland wird durch die derzeitige Vorgehensweise der Betrauung ein Objektivierungsverfahren umgangen bzw. werden Leiterbestellungen präjudiziert. Leider fehlt es vollständig an Transparenz bei der Aufnahme von Lehrern.“ Fragen werfen zudem noch immer die Schulleiterzusammenlegungen im Volksschulbereich auf. Um die Entscheidungskriterien nachvollziehen zu können, hat die ÖVP eine Anfrage an LH Nießl gestellt. Die spärliche Antwort ist selbstredend: „Offensichtlich sind die wahren Hintergründe der Vorgehensweise nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, anders ist es für uns unverständlich, weshalb Nießl Antworten auf die von uns gestellten Fragen schuldig blieb“, so Sagartz. Noch immer ist offen, ob die Zusammenlegungen tatsächlich Einsparungen bringen und ob die Qualitätsstandards beibehalten werden können.

SPÖ-Ankündigungspolitik: Inserate schalten, aber nicht gestalten

Was von Nießls Grundsatzerklärungen zu halten ist, wissen die Burgenländer leider aus den vergangenen Jahren, unterstreicht Sagartz: „Ob es das Jahr der Jugend oder das Jahr der Beschäftigung waren: viel Geld für PR-Aktivitäten, viele Schlagworte und viele Luftblasen – aber leider nur wenig Umgesetztes!“ Diese Ankündigungspolitik ohne konkrete Taten ist Marke Nießl. „Viele Inserate schalten – aber nicht gestalten. So lassen sich die Nießl-Jahre zusammenfassen.“

ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz daher abschließend zum Tatort Bildungspolitik: „Die Qualität der Ausbildung unserer Kinder muss stets im Fokus stehen. Es geht um die Zukunft der Jüngsten genauso wie um die Zukunft unserer Gesellschaft.“

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