Nachruf Prof. Karl Messner

Eisenstadt, 8. 1. 2016 –

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LR Bieler: „Das Burgenland hat Prof. Karl Messner viel zu verdanken.“

Abschied von einem herausragenden Komponisten, Pädagogen und einer hochgeschätzten Persönlichkeit

Eisenstadt, 8. Jänner 2016. – „Karl Messner war einer der herausragenden burgenländischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, ein verdienstvoller Pädagoge und eine hochgeschätzte Persönlichkeit, die sich in das regionale Kulturgeschehen über Jahrzehnte hindurch aktiv eingebracht hat“, würdigte Kulturlandesrat Helmut Bieler das Schaffen vom am 2. Jänner 2016 verstorbenen Prof. Karl Messner.
Messner habe als Komponist, Chor- und Orchesterleiter sowie als Lehrer das Kulturleben im Burgenland entscheidend mitgeprägt. „Wir haben ihm viel zu verdanken“, sagte Bieler.

Prof. Karl Messners musikalisches Schaffen spannt einen weiten Bogen von der Kirchenmusik über die Kammer- und Chormusik bis zur Blas- und Unterhaltungsmusik.
„Prof. Karl Messner hat sich vor allem mit seiner umfangreichen Chorliteratur, seinem großen Engagement für die Weiterentwicklung der Konzertmusik für Blasorchester und durch sein breitgefächertes pädagogisches Werk Anerkennung erworben, die weit über die Grenzen des Burgenlandes hinausgeht“, so LR Bieler. Er habe als „Botschafter des Landes“ gewirkt und das Kunst- und Kulturleben im Burgenland selbst bereichert.
Der Landesrat möchte der Familie von Prof. Messner sein tiefstes Beileid ausdrücken.

Biografische Angaben zu Prof. Karl Messner 21.1.1923 – 2.1.2016

Karl Messner wurde am 21. Jänner 1923 in Neunkirchen geboren. Er entstammt einer Arbeiterfamilie. Mit drei Jahren kam er zu Zieheltern in Kleinwolkersdorf, wo er Volks- und Hauptschule besuchte. Anschließend arbeitete er im Betrieb seines Großvaters, der landwirtschaftliche Geräte erzeugte. Im Weltkrieg wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1946 zurückkehrte.
Nun begann er seinen schon vorher gehegten Wunsch, Musiker zu werden, zu realisieren. Er absolvierte ein Musikstudium (Klavier, Musiktheorie) an der Wiener Musikhochschule und besuchte die Kapellmeisterklasse am Wiener Konservatorium. Im Jesuitenkolleg von Kalksburg fand er eine Stelle als Klavierlehrer, betreute dort die Kirchenmusik und spielte daneben als Alleinunterhalter in verschiedenen Wiener Lokalen.
1956 bekam Messner eine Anstellung an der Musikschule Oberwart, deren Leiter er wurde. Im selben Jahr übernahm er auch den Männerchor von Oberwart, den er in einen gemischten Chor umwandelte.
1959 wurde ihm die Leitung der Stadtkapelle Oberwart übertragen, die er bis 1978 führte. Bis 1968 war er Bundeschormeister-Stellvertreter. Viele Jahre organisierte er in Oberwart auch Kammerkonzerte und unterrichtete an Schulen in Oberwart und Oberschützen Musik.
Besondere Verdienste erwarb sich Messner in der Blasmusik. 1968 zum Landeskapellmeister des burgenländischen Blasmusikverbandes gewählt, widmete er sich mit besonderem Einsatz der Aus- und Weiterbildung der jungen Musiker. Er organisierte Jungbläserseminare und Kapellmeisterkurse, die eine gediegene musikalische Ausbildung in Theorie und Praxis sicherten.
Als Prof. Messner 1989 alle Funktionen zurücklegte, wurde er zum Ehren-Landesvorsitzenden des Blasmusikverbandes gewählt.
1971 erhielt er für seine Leistungen das Ehrenzeichen des Landes Burgenland.
1977 wurde Karl Messner der Titel „Professor“ verliehen.

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