Bilanz der Verkehrssicherheitsaktion 2015

Eisenstadt, 14. 12. 2015 –

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Teilnehmer:

  • LH Stv. Johann Tschürtz, Verkehrssicherheitsreferent
  • Präs. LAbg. Dr. Peter Rezar, ARBÖ Burgenland
  • Präs. WHR Mag. Bruno Wögerer, Rotes Kreuz
  • ChefInsp. Johann Reisner, Landesverkehrsabteilung
  • Dr. Wilfried Obermayer, Augenvorsorgezentrum

„Mobil mit 50+“ – Verkehrssicherheitsaktion im Burgenland 2015

Der ARBÖ Burgenland, die Landesverkehrsabteilung der Polizei, das Rote Kreuz und Dr. Obermayer vom Augenvorsorgezentrum haben die Verkehrssicherheitsaktion „Mobil mit 50+“ ausgearbeitet. 2015 gab es in allen Bezirken im Burgenland 14 Veranstaltungen, die von den ARBÖ-Ortsklubs organisiert wurden.

Grund für diese Initiative war die Verkehrsunfallstatistik 2013: 50 Prozent der österreichweit tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer war über 50 Jahre alt.

ARBÖ Burgenland-Präsident LAbg. Dr. Peter Rezar: „Mit dieser Präventivaktion sollte auf breiter Basis den Verkehrstoten dieser Zielgruppe entgegengewirkt werden. Unser gemeinsames Ziel war es, einen nachhaltigen Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit auf den burgenländischen Straßen zu leisten.“

Für das Burgenland ist Verkehrssicherheit für diese Altersgruppe aufgrund der demografischen Situation mit dem höchsten Anteil an älteren Personen besonders bedeutsam. Der eigene Wagen ist vielfach die einzige Möglichkeit, mobil zu sein – auch weit über dem 50. Lebensjahr. Der älteren Generation geht es dabei weniger um weite Urlaubsfahrten oder Reisen, sondern um den Einkauf oder Arzt-, Verwandten- und Bekanntenbesuche in der näheren Umgebung.

Rezar: „Die ‚reiferen‘ Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker sollten in Eigenverantwortung Hilfe für sich in Anspruch nehmen, um selbst die Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen. Ein gelegentlicher Arztbesuch hilft dabei genauso wie auch das Auffrischen von Erste Hilfe-Kenntnissen oder der neuesten Straßenverkehrsregeln.“

Aus der Sicht des ARBÖ Burgenland wäre es daher eine ungerechte Maßnahme, ältere Lenker regelmäßig zu Gesundheitstests betreffend ihrer Fahrtauglichkeit aufzufordern.

 

LH Stv. Johann Tschürtz: „Verkehrssicherheit geht uns alle an“

„Verkehrssicherheit ist eine permanente Aufgabe“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz. „Gemeinsames Ziel ist es, die Gefahrenerkennung zu verbessern, das Sicherheitsbewusstsein zu steigern und dadurch die Verkehrssicherheit zu erhöhen.“

Vor allem bei Verkehrsteilnehmern „reiferen Alters“ soll eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht werden. Diese Personengruppe sieht sich mit dem steigenden Verkehrsaufkommen zum Teil überfordert und neigt dadurch unbewusst zu Fehlreaktionen im Verkehr. Dies zeigt die Notwendigkeit von Präventivmaßnahmen. Durch Informationsveranstaltungen und mit Hilfe von Fallbeispielen aus der Praxis soll insbesondere das nötige „Gefahrenbewusstsein“ vermittelt werden.

Tschürtz: Nur mit gezielten und burgenlandweit aufeinander abgestimmten Maßnahmen kann die Verkehrssicherheit für die Bevölkerung nachhaltig erhöht werden. Daher hat sich das Land Burgenland gerne bereit erklärt, bei diesem Projekt mitzuwirken.“

Aus dem Ressort „Verkehr“ stellte LH Stv. Tschürtz Mittel in der Höhe von 3.000 Euro der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion zur Verfügung.

 

Nachdenkprozess und nachhaltige Bewusstseinsbildung auslösen

ChefInsp. Johann Reisner: „Die Teilnehmer an diesen Veranstaltungen zeigten sich an den Vorträgen geltender rechtlicher Verkehrsvorschriften sehr interessiert. Detailfragen konnten beantwortet sowie zum Teil auch falsch ausgelegte Verhaltensregeln einzelner Verkehrsteilnehmer richtig gestellt und für alle verständlich dargebracht werden.“

Großes Interesse herrschte auch beim Thema ‚Alkohol im Straßenverkehr‘. Dabei wurde die Wichtigkeit des Vermittelns der in diesem Bereich geltenden Rechtsnormen verdeutlicht. Vor allem die aus solchen Übertretungen resultierenden Konsequenzen wurden aufgezeigt und verinnerlicht. Gleichzeitig konnten die für diese Kontrollen eingesetzten Einsatzmittel – wie das Alkoholvortestgerät und der Alkomat – von den Veranstaltungsteilnehmern im praktischen Test erprobt werden. Bei etlichen Testpersonen rief dies eine gewisse Verwunderung und Überraschung beim angezeigten Testergebnis hervor.

Reisner: „Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist es neben Kontrollen auch sehr wichtig durch präventive Maßnahmen das Gefahrenbewusstsein zu schärfen. Jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer wurden die geltenden Rechtsnormen nähergebracht. Auch die Konsequenzen fahrlässigen Verhaltens durch Fußgänger, Radfahrer oder Fahrzeuglenker wurden beleuchtet. Durch diese präventiven Maßnahmen sollte die Rechtssicherheit vermittelt und bei den Betroffenen ein Nachdenkprozess zu einer nachhaltigen Bewusstseinsbildung ausgelöst werden.“

 

Unsicherheiten beseitigen – Erster Hilfe leisten (meistens) einfach

Rot-Kreuz Präsident WHR Mag. Bruno Wögerer: „Gerne haben wir dieses Projekt unterstützt, weil es sehr gut zu den Zielen des Roten Kreuzes passt und sich an die betreffende Bevölkerungsgruppe im ganzen Land gerichtet hat. Nutznießer sollten jene Leute sein, die schon im reiferen Alter sind und wo möglicherweise bereits Defizite im Straßenverkehr vorhanden sind, die einem noch nicht bewusst sind.“

Erste Hilfe ist sehr wichtig. Aber noch effizienter ist das Vermeiden und Verhindern von Situationen, sodass es im Idealfall gar nicht so weit kommt, dass Hilfe geleistet werden muss. Genau darauf zielte das Projekt „Mobil mit 50+“ ab. Das Rote Kreuz macht bei den 14 Veranstaltungen die Erfahrung, dass die Erste-Hilfe-Kurse der Teilnehmer großteils Jahrzehnte zurückliegen. Es gab inhaltliche Änderungen und vieles wurde bereits vergessen. Dadurch entsteht Unsicherheit, wenn im Extremfall geholfen werden soll.

Wögerer: „Unsere Lehrbeauftragten konnten den Besuchern vermitteln, dass das Leisten von Erster Hilfe meistens sehr einfach ist. Als praktisches Beispiel wurde das Erkennen und die Versorgungen einer bewusstlosen Person gezeigt und erklärt, wo auch immer wieder interessierte Besucher mitmachten und Hand anlegten.

Ein wichtiger Hinweis war, dass auch auf die eigene Sicherheit bei der Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen nicht vergessen werden darf.

Wögerer: „Wir hoffen, das Bewusstsein für dieses Thema geweckt zu haben, was in vielen Einzelgesprächen auch bestätigt wurde. Jedenfalls haben sich aus Sicht des Roten Kreuzes die beteiligten Partner hervorragend ergänzt und damit das gesetzte Ziel erreicht.“

 

Regelmäßige Kontrolle der Sinnesorgane wirkt

Dr. Wilfried Obermayer, Augenvorsorgezentrum: „Gerade ab dem fünfzigsten Lebensjahr beginnen Augenerkrankungen schleichend ihre Wirkung zu entfalten, dies meist unbemerkt. Es ist wichtig, auf diese Gefahren aufmerksam zu machen, damit das den Verkehrsteilnehmer auch bewusst wird.“

Die meist gestellten Fragen an den Augenarzt bezogen sich auf grauer und grüner Star und Netzhautverkalkung (AMD). „Wann soll man die Operation durchführen lassen, wie lange dauert die Genesung, mit welchen Gefahren sind die Operationen verbunden?“ Auch die Frage „Bin ich nicht schon zu alt für eine Operation?“ wurde bei den Vorträgen häufig gestellt.

Obermayer: „Allen Erkrankungen ist eines gemein: Die Betroffenen meinen, kaum beeinträchtigt zu sein. Erst wenn sie eine Schlüsselsituation erleben, bemerken sie, dass sich im Auge etwas verändert haben muss.“

Die Empfehlung des Augenarztes: „Schon die regelmäßige Kontrolle unserer Sinnesorgane wirkt vorbeugend und schützt vor Unfällen.“

 

 

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