Demo in Bruckneudorf gegen Wohncontainer

Bruckneudorf, 26. 11. 2015 –

Auf dem Truppenübungsplatz in Bruckneudorf sollen laut Verteidigungsministerium 80 Wohncontainer
für die Unterbringung von ca. 400 – 450 Flüchtlingen aufgestellt werden.
Bruckneudorf ist eine Gemeinde mit 2.916 Einwohnern.
400- 450 Flüchtlinge sind 13,7 – 15,4% der Einwohner.
Zusätlich zu denen, die bereits in der Gemeinde untergebracht sind.
Wir haben mit dem Bürgermeister von Bruckneudorf, Gerhard Dreiszker von der SPÖ gesprochen.
Danach gibt es noch Reaktionen der Parteien.

Landesrat Mag. Norbert Darabos zeigt sich über die Vorgehensweise der Bundesregierung empört:
„Es ist unverantwortlich in einer Gemeinde wie Bruckneudorf, mit 2.916 Einwohnern, rund 400 traumatisierte Flüchtlinge unterzubringen.
Diese Anzahl ist eindeutig zu viel.“

Die ÖVP, deren Ministerin das Aufstellen der Container angeordnet hat, regt sich hauptsächlich über die Aussage des FPÖ Abgeordneten Gerhard Kovasits auf.
Der 2. Landtagspräsident Ing. Rudolf Strommer:
„Eine derart geschmacklose Forderung einer Regierungspartei ist beschämend und beweist, dass die Blauen mit ihrer Rolle überfordert sind“.
LAbg. Markus Ulram kritisiert gleich beide Regierungsparteien
Er bezeichnet die Aussagen von Landeshauptmann Hans Niessl und Landesrat Darabos als Ablenkungsmanöver.
Bis heute hat das Burgenland die Quote zur Unterbringung von Flüchtlingen nicht erfüllt.
Wäre Niessl und Darabos ihrer Verpflichtung zeitgerecht nachgekommen, wäre das Projekt in Bruckneudorf gar kein Thema, ist Ulram überzeugt.

Auch die Grünen melden sich zu Wort.
„Unerträglich“ findet Regina Petrik, Landessprecherin der Grünen, die Aussagen von FPÖ-Klubobmann Kovasits zur Unterbringung von Asylwerbenden in Bruckneudorf. Auf die Ängste der Bevölkerung wird in der Aussendung mit keinem Wort eingegangen.

LH Stv. Tschürtz stärkt KO Kovasits den Rücken
„Dass der freiheitliche Klubobmann Gerhard Kovasits als langjähriger Gemeinderat von Bruckneudorf äußerst sensibel und emotional auf die jüngsten Anwandlungen des Verteidigungsministers Klug betreffend TÜPL reagiert, ist mehr als nachvollziehbar!“, nimmt der freiheitliche LH Stv. Johann Tschürtz zur aktuellen Debatte Stellung.
Tschürtz, der gleichzeitig die Agenden der Sicherheit im Burgenland innehat, kann sich somit auch vollinhaltlich den Worten des Landeshauptmannes Niessl anschließen, welcher wörtlich von einer „Chaos Flüchtlingspolitik“ spricht
und sich eine „intelligentere Lösung erwartet“ hätte.
Tatsache ist, dass die Bundesregierung hier wieder einmal durch kollektives Versagen glänzt.
Wer, wenn nicht Frau Innenminister Mikl-Leitner (ÖVP) und Außen- und Integrationsminister Kurz (ÖVP)
sind für diese Situation maßgeblich verantwortlich?

Sehr verärgert reagierte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).
Das Vorgehen des Verteidigungsministeriums war überfallartig.
Das der Parteikollege von LH Hans Niessl, Verteidigungsminister Klug das Land nicht informiert habe, sei empörend.

Zum Abschluß sehen sie noch die Rede des Bürgermeisters von Bruckneudorf bei der Demonstration gegen das Containerdorf.
Ing. Gerhard Zapfl, Bürgermeister von Nickelsdorf hielt auch noch eine kurze Rede.

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