ES GIBT KEINEN PLANET B.

10. 12. 2015

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Während die Grüne Nationalratsabgeordnete Christiane Brunner beim Abschluss der Verhandlungen auf der Klimakonferenz für ein gutes Ergebnis kämpft, machen Grünen AktivistInnen mit einer aufblasbaren Erdkugel in der Fußgängerzone in Eisenstadt darauf aufmerksam, dass wir JETZT handeln müssen.

Noch bis morgen weilt die aus dem Südburgenland stammende Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner bei der Klimaschutzkonferenz in Paris. „Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel wirksam eindämmen kann. Gelingt es der Staatengemeinschaft in Paris nicht, sich auf eine verbindliche Trendumkehr beim CO2-Ausstoß zu verpflichten, sind Klimakatastrophen vorprogrammiert“, so Brunner vor dem mit Spannung erwarteten Abschluss der Konferenz.
Seit gestern liegt ein Vertragsentwurf auf dem Tisch, auch wenn dieser „noch nicht ambitioniert genug“ ist, wie Christiane Brunner bedauert. Aber zumindest haben alle Vertragspartner das Papier als brauchbare Verhandlungsgrundlage bezeichnet, und die Stimmung kurz vor dem Abschluss ist positiv. Es muss gelingen, mit einem neuen globalen Klimaabkommen die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

DAS KLIMA HÄNGT AM SEIDENEN FADEN

Die Freude über das neue Abkommen – so es denn morgen bis 18 Uhr tatsächlich angenommen wird, ist bei den Grünen AktivistInnen auf der Eisenstädter Fußgängerzone groß. Im Zuge einer österreichweiten Informationskampagne unter dem Motto „Es gibt keinen Planet B.“ weisen sie heute mit einer aufblasbaren Erdkugel auf die Gefahren des Klimawandels hin. „Das Klima hängt am seidenen Faden“, lautet der Titel des Infoblattes mit den konkreten Forderungen der Grünen. Die Rückseite lädt PassantInnen zum symbolhaften Falten eines Pinguins ein.

ZU WENIG ENGAGEMENT DER POLITIK

In Österreich – und im Burgenland ganz besonders – sei der Klimaschutz für die Politik nach wie vor ein Randthema, kritisiert der Grüne Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller am Rande der laufenden Landtagssitzung. Beide liegen in Staaten- und Bundesländer-Vergleichen immer weiter hinten: Beim Klimaschutzindex von Germanwatch ist Österreich kürzlich von Platz 36 auf 45 abgerutscht, im Bundesländer-Index des WWF zum Energiewandel belegt das Burgenland den traurigen letzten Platz. „Die Windkraftoffensive der letzten Jahre ist zwar ein Erfolg, auf den das Burgenland zurecht stolz sein kann. Aber auf diesem Erfolg dürfen wir uns keinesfalls ausruhen“, mahnt Spitzmüller. „Jeden Euro, den wir jetzt in den Klimaschutz investieren, ersparen wir uns in der Zukunft doppelt.“

WAS DAS BURGENLAND TUN KANN

Konkret müsse vor allem in den Bereichen Mobilität, Gebäudesanierung, Photovoltaik und Biolandwirtschaft gehandelt werden, meint der Grün-Abgeordnete:

  • Mobilität: Neben dem Bahnausbau, wesentlicher Ermäßigungen für die Buslinien und der Schaffung von Gemeindebussen und Sammeltaxis, sei die E-Mobilität stärker zu fördern und dafür endlich das Projekt S7 zu streichen. „Vor allem im Mittel- und Süd-Burgenland ist der Öffentliche Verkehr endlich zu verbessern. Vorhandene Linien gehören dringendst verbessert, ergänzt und stärker beworben. In wenigen Jahren sollen die Öffis so attraktiv sein, dass sich viele Wege mit dem Auto einfach nicht mehr rechnen“, so Spitzmüller.
  • Gebäudesanierung: Der Neubau von Häusern ist bereits sehr klimafreundlich, die Wohnbauförderung stark dahingehend ausgerichtet. Jetzt braucht es noch eine Sanierungsoffensive, damit die zahlreichen Altbestände optimiert werden können und langfristig auch manchen Neubau ersetzen. Weniger Heizen, aber auch Kühlen hilft nicht nur dem Klima sondern entlastet auch das Familien-Budget, so Spitzmüller. Zusätzlich zum Heizkostenzuschuss sollen geförderte Einsparungsmaßnahmen angeboten werden.
  • Die Landwirtschaft ist neben dem Verkehr einer der größten Klimagas-Produzenten. Der Biolandbau spart jährlich massiv CO2 ein. Hier sollte das Burgenland aktiv LandwirtInnen zum Umstieg bewegen, fordert Spitzmüller. Eine Verdoppelung der Bio-Betriebe im Burgenland soll bis 2020 erreicht bzw. übertroffen werden.
  • Klimaschutzbeauftragte in Gemeinden: UmweltgemeinderätInnen könnten zu Klimaschutzbeauftragten ausgebildet und damit die zur Zeit eher nur am Papier vorhandene Funktion aufgewertet und mit Leben erfüllt werden „Jede der 171 Gemeinden soll bis zum Jahr 2017 eine aktive Klimabündnisgemeinde sein“, wünscht sich Spitzmüller.

„Die Auswirkungen des Klimawandels werden massive Anpassungsmaßnahmen in fast allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen nötig machen. Spätestens jetzt ist die Zeit, in der gegengesteuert werden muss.“ Spitzmüller fordert daher: „Jede Entscheidung auf Landesebene muss den Klimaschutz als Entscheidungsgrundlage mit berücksichtigen!“

Foto: Die Gemeinderätinnen Erika Weibl (Forchtenstein) und Anja Haider-Wallner (Eisenstadt) riefen gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Spitzmüller zum Klimaschutz auf.

 

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